Von gefährlichen Tiefen in die strahlendsten Höhen

Elina Garancas hochkarätiges Wohlfühl-Konzert in der Laeiszhalle

Hamburg. Schwarz-rot-blond kam sie zum zweiten Teil ihres "Habanera"-Konzerts auf die Bühne. Da hatte sie ihr Publikum in der fast ausverkauften Laeiszhalle längst erobert. Elina Garanca wurde nach jedem Lied und jeder Arie mit Jubelstürmen und Trampeldonner gefeiert, wie man das sonst nicht oft dort hört.

Der lettische Mezzo-Star führte spanisch inspirierte Facetten aus der Abteilung "Femme fatale" vor, Perlen des 19. und 20. Jahrhunderts - auch wenn da bis in die Zugaben hinein immer wieder mal Italien einfach eingemeindet wurde.

Verführerisch und hochdramatisch, die Garanca hat beides in ihrer dunkel samtenen Stimme, passend für alle Gelegenheiten: Orchesterlieder, Opernarien, Zarzuelas, dazu Wunschkonzert-Wohlfühl-Granaten wie "Granada" oder das neapolitanische "A Marechiare" - Elina Garanca hat keine Berührungsängste, schließlich träumt sie noch von einer Musical-CD.

Auch wenn eine kleine Erkältung, von der man nach der Ansage nicht mehr viel spürte, Bizets "Carmen"-Habanera ins Programm hob und eine Donizetti-Arie hinauskickte: Elina Garanca geht extrem kultiviert und ökonomisch mit ihrer Stimme um, die vom feinsten Pianissimo bis zum durchschlagenden Fortissimo stufenlos steuerbar ist und bruchlos homogen von gefährlichen Tiefen bis zu den strahlendsten Höhen reicht.

Anfangs noch zurückhaltend, taute sie immer mehr auf und steigerte sich in der zweiten Hälfte des Abends, gemeinsam mit dem millimetergenau reagierenden Lettischen Nationalen Sinfonieorchester unter Leitung ihres Mannes Karel Mark Chichon, in einen wahren Singrausch, in dem einzelne Töne dann auch mal demonstrativ großartig aufblühen durften.