Kalter Blick ins böse Herz

Paris. Er war der filmische Chronist des Bürgertums. Mit kaltem, ironischen Blick spürte Claude Chabrol - hier 1979 bei den Dreharbeiten zu "Traumpferd" - hinter den harmonischen Fassaden abgründige kriminelle Energien, Ehebruch, Gier, Eitelkeit und Gewalt auf. Gestern ist der französische Regisseur im Alter von 80 Jahren gestorben. In den 50er-Jahren gehörte er zu den Begründern eines neuen filmischen Erzählstils, der nouvelle vague (neue Welle). Chabrols Filme waren zumeist Thriller. Sein großes Vorbild hieß Alfred Hitchcock. Zu den bekanntesten seiner knapp 70 Werke zählen "Die untreue Frau", "Blutige Hochzeit" und "Biester".