Eine Zeitreise mit hässlichem Entlein

Das Trio Ugly Duckling macht Hip-Hop, ohne sich dabei dem Zeitgeist anzupassen

Klubsen. Ob Andy Cooper von Ugly Duckling schon einmal im Millerntor-Stadion war, weiß man nicht. Ein Westcoast-Rapper, der im Musikvideo mit einem St.-Pauli-Pullover auftritt, ist jedenfalls nicht alltäglich. Mit Humor und intelligenten Texten grenzt sich das Trio aus Long Beach schon seit 1993 vom üblichen "Gangsta"-Gehabe vieler Hip-Hopper ab. Bereits der Name ist Programm: Weil seinerzeit niemand in der Szene etwas mit den drei Weißen zu tun haben wollte, die statt auf "Bling" und "Bitches" lieber auf Ironie und milden Spott setzten, benannten sich Andy Cooper, Dizzy Dustin und DJ Young Einstein nach dem hässlichen Entlein aus Andersens Märchen.

Mit dem Aufstieg zum Charts-Schwan dauert es auch vermutlich bis zum nächsten Old-School-Revival. Denn Ugly Duckling setzt ganz auf die klassischen Tugenden des Hip-Hops: Turntablism und klassischen Rap. Der DJ, heute gern in den Hintergrund verbannt, bleibt zentral. Young Einstein liefert das Gerüst für die Texte von Dizzy und Andy, bedient sich aber nicht nur im eigenen Genre. Seine Samples wählt er nach dem Groove, nicht nach der Herkunft aus. Souliges, Chorgesänge, Bläser und schon klassisch zu nennende Beats vereinen sich zum ganz eigenen Ugly-Duckling-Sound. Der ist sympathisch, ansteckend und ein wenig anders. So, wie man sich den FC St. Pauli auch weiterhin wünscht.

Ugly Duckling Do 9.9., 20.00, Klubsen (U/S Berliner Tor), Wandalenweg 7, Karten an der Abendkasse zu 13,-; www.uglyduckling.us