Luther als Gartenzwerg: Plastik-Reformator begehrt

Wittenberg. Rund 100 Privatleute haben sich bislang eine der 800 Luther-Skulpturen aus Plastik reserviert, mit denen der Künstler Ottmar Hörl den Wittenberger Marktplatz schmücken will. "Einige Interessenten haben auch gefragt, ob die Figur wetterfest ist", sagte Hörls Sprecher Christoph Maisenbacher. Die Installation soll vom 14. August bis zum 12. September laufen, die Plastiken haben eine Höhe von einem Meter. Die unterschiedlich farbigen, aber sonst identischen Figuren werden anschließend für 250 Euro verkauft. Für den 14. August hat Hörl Oberbürgermeistern aus der ganzen Welt versprochen, ihnen eine Figur zu schenken, falls sie an diesem Tag nach Wittenberg kommen.

Auf dem Wittenberger Marktplatz waren Ende April die Denkmäler des Reformators Martin Luther (1483-1546) und seines Mitstreiters Philipp Melanchthon (1497-1560) von ihren Sockeln gehoben worden. Die Bronzestatuen sowie ihre Sockel und Baldachine werden derzeit für 1,2 Millionen Euro saniert. Diese Zeit nutzt der 1950 geborene Hörl, Präsident der Nürnberger Kunstakademie, für seine Aktion.

"Mit der Installation auf dem Marktplatz von Wittenberg bringe ich Martin Luther wieder auf den Boden, auf dem er selbst gerne stand", schreibt der Künstler auf seiner Internetseite über seine Motivation. Die schwarzen Figuren bezeichnet er als "Luther-Botschafter".