Buchmessen-Chef kritisiert fehlende Lesekultur in Afrika

Kapstadt. Im Vergleich zur Fußball-Förderung in Afrika wird nach Ansicht des Frankfurter Buchmessen-Chefs, Juergen Boos, viel zu wenig in Bildungsprojekte investiert. Die Fußball-WM in Südafrika habe eine Flut von Sponsorengeld auch deutscher Firmen und Institutionen in afrikanische Fußballprojekte gelenkt, sagte Boos gestern zu Beginn der Buchmesse Kapstadt. "Das sind sicher alles sinnvolle Initiativen, aber es ist bedauerlich, dass es kaum Gelder gibt zur Förderung der Lesekultur in Afrika."

Nach wie vor tue sich die Buchkultur in Afrika schwer, betonte Boos. Die Regierungen widmeten der Lesekultur keine besondere Priorität, obwohl es einen direkten Zusammenhang zwischen Bildung und Demokratiefähigkeit gebe. Die Buchmesse Kapstadt versuche vor allem, afrikanischen Verlagen ein Podium für verstärkten Austausch und Zusammenarbeit zu geben. Aber selbst für die Anreise der afrikanischen Verleger müssten oft Sponsoren gefunden werden - diesmal habe das Goethe-Institut vielen die Teilnahme möglich gemacht.

An der Kapstädter Buchmesse, die seit 2006 vom südafrikanischen Verlegerverband und der Frankfurter Buchmesse getragen wird, nehmen 273 Aussteller aus 34 Ländern teil.