Blick zurück auf die Zeit der Diktatur

Argentinien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse und arbeitet seine Geschichte auf

Frankfurt/Main. Mit der Aufarbeitung der Militärdiktatur als eines der zentralen Themen will sich das Gastland Argentinien auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren. "Wir wollen den Blick auf ein Land richten, das im Jahr seines 200-jährigen Bestehens eine so große kulturelle Vielfalt hat. Wir blicken zurück auf unsere Wurzeln, die Einwanderungsgeschichte des 19. Jahrhunderts und natürlich auf die Militärdiktatur", sagte die Präsidentin des Organisationskomitees, Magdalena Faillace, am Montag in Frankfurt/Main. Nach Mexiko (1992) und Brasilien (1994) ist zum dritten Mal ein Land aus Lateinamerika zu Gast auf der weltgrößten Bücherschau (6. bis 10. Oktober 2010).

Argentinien will sich mit rund 45 Autoren und 100 Verlagen zeigen. Ein Beitrag soll sich den verschwundenen Autoren und den von der Zensur unter der Militärdiktatur verbotenen Büchern widmen. Buchmesse-Direktor Juergen Boos betonte, dass von den schon jetzt 200 Neuerscheinungen zur Messe, die ins Deutsche übersetzt wurden, sich ein Drittel mit der Militärdiktatur beschäftigt. Der 1962 in Buenos Aires geborene Autor Marcelo Figueras sagte: "Man kann Argentinien nicht ohne seine Vergangenheit verstehen. Man fängt ja auch kein Buch am Ende an, ohne die ersten Kapitel zu lesen."