Doris Heinze und der NDR schließen einen Vergleich

Der arbeitsrechtliche Aspekt der Drehbuch-Affäre hat sich damit erledigt

Hamburg. Am 27. Juli sollte um zehn Uhr in Saal 315 des Hamburger Arbeitsgerichts der bereits zweimal verschobene Prozess zwischen Doris Heinze und dem NDR fortgeführt werden. Doch dazu wird es nicht kommen. Der Sender und seine ehemalige Fernsehspielchefin haben sich bereits am 16. Juni auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Nach NDR-Angaben beinhaltet er, dass Heinzes Arbeitsverhältnis "ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist am 9. September 2009 endete. Nicht produzierte Drehbücher werden rückabgewickelt. Ebenso wurde eine Einigung über die Rückzahlung strittiger Honoraransprüche erzielt." Heinzes Anwalt Gerd Benoit sagt, er sei "mit allem zufrieden". Ende August 2009 war herausgekommen, dass Heinze dem NDR unter dem Pseudonym "Niklas Becker" vier Drehbücher ihres Mannes Claus Strobel untergeschoben hatte. Ein fünfter Auftrag wurde nicht realisiert. Unter dem Pseudonym "Marie Funder" brachte Heinze zwei selbst verfasste Drehbücher und ein Treatment beim NDR unter. Zudem soll sie ein Drehbuch doppelt verkauft haben.

Der NDR kündigte Heinze im September vergangenen Jahres fristlos - und zwar gleich dreimal. Dagegen legte die Fernsehspielchefin Kündigungsschutzklage ein. Ein Gütetermin im Oktober 2009 scheiterte. Heinzes Anwalt kritisierte, dass vor der Kündigung nicht der Personalrat gehört worden sei. Zudem sei eine Personalreferentin, die die Kündigung unterschrieben habe, nicht zeichnungsberechtigt gewesen.

Der arbeitsrechtliche Aspekt der Affäre hat sich damit erledigt, nicht jedoch der strafrechtliche: Nach wie vor ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Heinze. Ihr Nachfolger beim NDR steht bereits fest: Am 1. September wird Christian Granderath, derzeit noch Produzent bei der Produktionsgesellschaft Teamworx, neuer Fernsehspielchef des NDR.