Docks: Slayer

Sie kamen, um die Welt akustisch in Blut zu baden

Beim Konzert der Thrash-Metal-Wüteriche Slayer im ausverkauften Docks gab es keine Gnade - sogar die Zapfanlage ging in die Knie.

Hamburg. Schon vor dem Konzert am Montag im ausverkauften Docks machten "Slayer!" brüllende Metaller dem Kiez klar, welche Band hier nach mehreren Verschiebungen endlich in Hamburg ankam. Slayer, die kalifornischen Brutalinskis, 1981 Pioniere des Thrash-Metals, waren gekommen, um die Welt akustisch in Blut zu baden.

Schon der Blick auf die Bühne machte deutlich, dass es an diesem Abend keine Radiohits, keine Powerballaden und andere Kopfkissen-Rocker geben würde, die viele von Slayers Zeitgenossen (Metallica, Megadeth) im Programm haben. Ein Gebirge aus 18 drohenden Marshall-Boxen versprach keine Kompromisse.

Nur: Scheinbar waren diese Boxen nicht angeschlossen, denn als Front-Wüterich Tom Araya und seine Gitarristen Kerry King und Jeff Hanneman mit "World Painted Blood" begannen, schafften sie es kaum, gegen das wüste Gedonner von Trommel-Derwisch Dave Lombardo anzuspielen. Vor allem Hanneman war zu Beginn akustisch kaum auszumachen, weder vorne in der Meute noch hinten in der Bierzone, in der sich die Besucher bei Zimmerlautstärke über Kerry King unterhalten konnten: "Der ist so cool, den gibt es nicht im Kühlregal."

Beim ewigen Nackenbrecher "War Ensemble" und dem unvergleichlich epischen "Seasons In The Abyss" war der Sound schon druckvoller, dafür verlor die Docks-Hauptzapfanlage den Druck. Kein Bier mehr beim Metalkonzert: Was - "Mandatory Suicide" - wie Selbstmord klingt, wurde wie einst bei Motörhead im CCH schulterzuckend hingenommen, zu "Raining Blood" schmeckte auch Rotwein.

Nach 85 Minuten, "South Of Heaven" und "Angel Of Death" war der kompakte, ohne lange Ansagen runtergeprügelte Slayer-Abend auch schon vorbei. Aber schon im August gibt es ein Wiedersehen in Wacken. Wer die Geduld nicht aufbringen kann: Am 22. Juni (19 Uhr) übertragen die UCI-Kinos Mundsburg, Othmarschen und Smart City das Konzert der "Big Four" des Metals in Sofia live und in HD: Slayer, Metallica, Megadeth und Anthrax!