Liebesfilm

Perfekte Harmonie kennt keine Grenzen

Foto: delphi

Mit "Same Same But Different" hat sich Regisseur Detlev Buck einen lang gehegten Traum sehr ansehnlich verwirklicht

Ein magischer Moment: Wüst wummern die Bässe, als das Barmädchen Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) sich in einer düsteren Disco in Phnom Penh plötzlich neben den Rucksacktouristen Ben (David Kross) stellt und sanft den Kopf auf seine Schulter sinken lässt. Normalerweise ist das der Anfang einer (kurzen) Geschäftsbeziehung, und tatsächlich bittet die junge Kambodschanerin nach der gemeinsam verbrachten Nacht um Geld, doch die Blicke der beiden lassen keinen Zweifel daran, dass es hier nicht nur um käuflichen Sex geht. Auch als Ben wieder zurück in Hamburg ist, geht ihm Sreykeo nicht aus dem Kopf.

Was für ein Schock, als sie ihm während eines Skype-Telefonats mitteilt, dass sie positiv auf HIV gestestet ist und das Gespräch mit den Worten beendet: "See you next life." Für Ben, der nach einigen Tagen weiß, dass er sich nicht angesteckt hat, ist klar, dass er seiner Freundin beistehen will. Also fliegt er wieder nach Kambodscha und setzt alles daran, ihr die notwendigen Medikamente zu besorgen. Doch Sreykeo will noch mehr: "Heirate mich", bittet sie, und als Ben antwortet "Dazu bin ich zu jung", scheint es, es sei für die beiden kein Happy End möglich ...

Komödienspezialist Detlev Buck, dem ja 2006 mit "Knallhart" ein überragender Ausflug ins dramatische Fach gelang, hat sich mit "Same Same But Different" einen lang gehegten Traum erfüllt. "Seit der Filmhochschule will ich einen Film machen, der nicht nur wie so oft ein bisschen Liebe beinhaltet, sondern nichts außer Liebe thematisiert", erklärt er im Presseheft. Das ist ihm jetzt gelungen - auf Grundlage des autobiografischen Buches "Wohin du auch gehst" von Benjamin Prüfer. Hier wird also eine wahre Geschichte erzählt, was alle Anwürfe, das Ganze sei kitschig und/oder unglaublichwürdig, von vornherein entkräftet. Aber selbst wenn wir uns hier im Reich der Fantasie bewegen würden: Allein den perfekt harmonierenden Apinya Sakuljaroensuk und David Kross zuzusehen ist schon ein Ereignis. Und Olli Dittrich in einer kleinen Rolle als Bens Vater spielt ganz erstaunlich gegen sein "Dittsche"- Image an.

Dass die Szenen in einer Zeitungsredaktion höchst unrealistisch sind, fällt da kaum ins Gewicht, zumal auch der Soundtrack, auf dem sich so Unterschiedliches wie Peter Fox, Rammstein, Franz Schubert, Cat Power und Charlotte Gainsbourg findet, überzeugt.

++++- Same Same But Different Deutschland 2009, 100 Minuten, ab 12 Jahren, R: Detlev Buck, D: Apinya Sakuljaroensuk, Stefan Konarske, Wanda Badwal, täglich im Abaton (OmU), Cinemaxx, UCIs Mundsburg, Smart-City, Zeise; Internet: www.samesame-themovie.com