Heesters wartet auf Gerichtsentscheidung

Kurz vor 106. Geburtstag: Streit um Dachau-Besuch ungeklärt

Schauspieler Johannes Heesters, der 106 Jahre alt wird, wartet auf den Entscheid im Rechtsstreit um seinen Besuch im KZ Dachau 1941.

Berlin. Im Dezember 2008 hatte das Berliner Landgericht eine Klage von Schauspieler Johannes Heesters auf Widerruf und Unterlassung gegen den Berliner Kabarett-Historiker Volker Kühn abgewiesen, der gesagt hatte, es gebe Anhaltspunkte dafür, dass Heesters seinerzeit in dem KZ vor SS-Wachmannschaften auch aufgetreten ist.

Der Richter meinte, es sei nicht zu klären gewesen, ob Heesters damals tatsächlich aufgetreten sei, es gebe aber Anhaltspunkte dafür. Man könne daher Kühn keinen Vorwurf machen, dass er die Indizien für einen Auftritt Heesters in dieser Weise bewerte. Dagegen hatte Heesters Berufung eingelegt. Er bestreite „bis zum heutigen Tage, vor der SS-Wachmannschaft zu deren Unterhaltung gesungen“ zu haben. „Ich habe dort nicht gesungen...Es hat keinen Auftritt von mir in Dachau gegeben.“

Nach dpa-Informationen hatte Heesters' Anwalt einen umfangreichen Schriftsatz nachgereicht, nachdem das Berliner Kammergericht im Mai 2008 zu erkennen gegeben hatte, dass es die Berufung für unbegründet hält. Dieser Schriftsatz wird gegenwärtig noch geprüft, ein Termin für eine Gerichtsentscheidung steht noch nicht fest. Heesters' Anwalt mahnt eine baldige Entscheidung und und verweist auch auf das hohe Alter seines Mandanten. Heesters will seinen 106. Geburtstag in Wien feiern, wozu es am Vortag (4. Dezember) auch eine offizielle Ehrung im Wiener Rathaus geben soll.