Konzert-Kritik

Bat For Lashes: Magische Reise ins Märchenland

Von all den Elfen, die sich derzeit im Popzirkus tummeln, ist sie derzeit die strahlendste, vielleicht auch die talentierteste: Natasha Khan und ihre Band Bat For Lashes.

Hamburg -. Stilsicher wandelt die Britin bei ihrem nachgeholten Auftritt im fast ausverkauften Uebel & Gefährlich durch ihren musikalischen Kosmos aus Traumwelten und beunruhigenden, an David-Lynch-Filme erinnernden Szenen.

Mit belegter Stimme beschwört sie im rumpelnden "What's A Girl To Do" die Kraft des Weiblichen, lässt sich in "Horse And I" von Pferden durch die Nacht tragen oder besingt einen Zauberer im schaukelnden "The Wizard". Ihre dreiköpfige Band variiert die beiden Alben "Fur And Gold" und "Two Suns" aufs Hinreißendste. Entfacht wahre Trommelfeuer und legt dicke Keyboardteppiche aus. Dazu tanzt die Sängerin mit britisch-pakistanischen Wurzeln schamanenhaft ums Mikrofon, bespielt eine Batterie aus Schellen oder entlockt ihrem Piano wehmütige Melodien. Mit eingängigeren Hits wie "Daniel" wird's auch mal poppig.

Für ihre weiblichen Anhänger ist Natasha Khan ohnehin die größte Indie-Prinzessin. Eine Magierin des Zwischenreichs. "We're The Fans!", brüllen sie. Khan scheu: "Yes You Are." Wenn man den Hype um Bat For Lashes beiseitelässt, bleibt eine Ausnahme-Songwriterin, die ihre Kunst mit ungewohnter Ernsthaftigkeit betreibt. Die Erste unter den Elfen.