Konzert in der Laeiszhalle

Bashkirova beim NDR: Das pure Klavier-Glück

Das Außergewöhnliche ist der Feind des Soliden. Das NDR Sinfonieorchester zeigt sich so oft von seiner inspiriertesten Seite, dass einen ein eher ordentliches Konzert wie das vom Donnerstag in der Laeiszhalle enttäuschen muss.

Hamburg. Für den erkrankten Chef Christoph von Dohnányi war der tschechische Dirigent Zdenek Mácal eingesprungen.

Richard Strauss' Monumentalwerk "Also sprach Zarathustra" verfehlte seine an Filmmusik grenzende Wirkung natürlich nicht. Da changierten die Klangfarben, da blühten Naturschilderungen, Ironie und Weltweh, da führten die Musiker ihr brillantes Können vor, allen voran der Konzertmeister Roland Greutter mit zahlreichen halsbrecherischen Violinsoli.

Was Strauss schon qua Lautstärke an Unschärfen verschmerzen konnte, das löste bei Beethoven bleibendes Unbehagen aus: Einsätze und Pizzicati klapperten, die Egmont-Ouvertüre nahm Mácal zu zäh, fett und unartikuliert.

Der Abend hielt aber auch pures Glück bereit - in Gestalt der Pianistin Elena Bashkirova. Beethovens erstes Klavierkonzert musizierte sie mitreißend klar, kontrastreich und artikuliert. Mal verzichtete sie ganz aufs Pedal, mal erzeugte sie nahezu Cluster damit. Dass die Begleitung oft schleppte, schien sie nicht anzufechten - wohl aber die ausdauernden Huster. Die ließen sich selbst von ihrem tadelnden Blick nicht beeindrucken.