Heinz Rudolf Kunze begeisterte in der Großen Freiheit

„Willkommen zur Hitzeschlacht"

Ist es die neue Liebe, die ihn so motiviert? Oder mag er einfach nicht in den Chor der Weltuntergangs-Propheten in Krisenzeiten einstimmen? Fakt ist jedenfalls: 1800 Fans in der ausverkaufen Großen Freiheit erlebten einen Heinz Rudolf Kunze (52) in Bestform.

"Willkommen zur Hitzeschlacht“. So begrüßte der deutsche Rocksänger und Liedermacher, seit mehr als drei Jahrzehnten im Geschäft, seine Hamburger Freunde. Über zwei Stunden lieferte Kunze (will in Kürze ein zweites Mal heiraten) dann Hörproben aus seiner neuen CD „Protest“ sowie ein „Best of“-Programm mit all seinen Hits ab. Kunze, in den vergangenen Jahren mit einem Hang zu mitunter sehr befremdlichen experimentellen Klängen, ist wieder zurück auf der Erfolgsspur Mitte der Achziger. Erstklassiger Rock, gefühlvolle Balladen mit einer in Deutschland eigentlich unerreichten Sprachqualität. Die Single-Auskopplung „Längere Tage“ hat ohne Frage sogar das Zeug zu einem neuen Ohrwurm, der ihm einst mit dem Gassenhauer „Dein ist mein ganzes Herz“ gelang. Zwischendurch schimpft er über die Quoten-Fixierung („Die Jauchegrube des Erfolgs“) und glattgebügelte Typen. Gut, auch Kunze geht mitunter gefährliche Kompromisse – unlängst verirrte er sich gar zu Carmen Nebel. Aber zumindest seinem Markenzeichen, seiner Brille mit schwarzem Kassengestellt, bleibt Kunze treu. Seine Fans dankten es mit Zugabe-Rufen und dem Kunze-Song „Wenn Du nicht wiederkommst“. Kunze kam wieder. Sogar zu zwei längeren Zugabe-Blöcken. Und dankte am Ende völlig erschöpft dem „besten Publikum der Welt.“

( pw )