Aktuelle Kritik: Laeiszhalle

Für viele mehr als ein Konzert

Als Mercedes Sosa auf die Bühne geleitet wird, springt das Publikum in der fast ausverkauften Laeiszhalle auf und huldigt der großen alten Dame der südamerikanischen Folklore mit minutenlangem Beifall.

Die 73 Jahre alte Argentinierin ist mehr als nur eine Sängerin, sie ist schon lange eine Kultfigur und eine Stimme der Demokratie für die Südamerikaner. Immer wieder gibt es in den folgenden 100 Minuten spontanen Applaus ihrer überwiegend südamerikanischen Fans, die an ihren Lippen hängen und viele der Lieder mitsingen oder klatschend begleiten. Mitten im Konzert stolziert eine junge Frau auf die Bühne und hängt der Sängerin einen blau-weißen "Argentina"-Schal um, kurze Zeit später stürmt ein junger Mann auf die Bühne und überreicht ihr einen großen Blumenstrauß und einen Brief. Trotz ihres Alters hat Mercedes Sosa nichts von der Kraft ihrer Stimme eingebüßt. Mit ihrem warmen Timbre singt sie tieftraurige Ballade und schmissige Tanzlieder mit durchaus schwierigen Rhythmen. Eine vierköpfige Band sowie ein Bandeneonspieler begleiten sie während des Abends. Für viele ihrer Zuhörer ist es mehr als ein Konzert, es ist ein Stück Heimat.