20 Jahre Boogie Woogie Connection - die Riesenparty

Die 8 steht in China für Glück; sie ist das Zeichen der Unendlichkeit. Kein Wunder also, dass die Olympischen Spiele in Peking an diesem Freitag, am...

Hamburg. Die 8 steht in China für Glück; sie ist das Zeichen der Unendlichkeit. Kein Wunder also, dass die Olympischen Spiele in Peking an diesem Freitag, am 8.8.2008 um 8.08 Uhr, beginnen. Am 8.8.2008 steigt auch in Hamburg eine riesige Party. Ebenfalls kein Zufall: Die Hamburger Boogie Woogie Connection feiert ihren 20. Geburtstag. Die 8 hat auch ihnen Glück gebracht.

1988, am 8.8., mit zweimal 88 Tasten fing alles an. Vince Weber, Poldi Eidenhammer und Axel Zwingenberger, Boogie-Woogie-Pianist der Sonderklasse, luden befreundete Pianisten nach Altona ein. So stürzten sich vor 20 Jahren in der "Fabrik" mehr als ein Dutzend der besten Blues- und Boogie-Pianisten auf die beiden Flügel mit je 88 Tasten. Die Lebensfreude und Kraft in der Musik der Boogie-Künstler übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. "Es ist etwas Besonderes; eine spezielle, durch die Mechanik des Klaviers beeinflusste Art des Blues." So beschreibt Hamburgs Boogie-Urvater Vince Weber die kraftvolle, schweißtreibende Musik, die auch als Sportart durchgehen könnte"Zumindest vom physischen Aufwand. Aber die Leute machen ein freundlicheres Gesicht beim Boogie-Woogie", sagt Zwingenberger.

Pfeifen, wildes Klatschen, Mitswingen am 8.8.88 in der Altonaer Boogie-Hall - Boogie- Woogie als Antidepressivum, das den Zuhörer automatisch in gute Laune versetzt. So wurde das Spontantreffen befreundeter Musiker zur jährlichen Hommage für den Boogie und dann zu einer Bewegung, die auch international für Begeisterung sorgt. "Hamburg ist wie ein Nest für den deutschen Boogie", sagt Organisator Poldi Eidenhammer. Die 8.8.-Festivals gelten unter Musikern wie Boogie-Fans als legendär und sind Vorbild für Festivals in vielen Städten Europas und Amerikas.

Die Wurzeln des Boogie liegen in den USA. In den 20er-Jahren, von New Orleans ausgehend, wurde der Piano-Blues mit Jazz-Einflüssen zunächst in den Kneipen gespielt und später in die Konzertsäle getragen. Durch die amerikanische Besatzung kam er nach Deutschland; vor allem in Hamburg und Köln stieß er auf große Begeisterung. Das musikaffine Wien wurde ebenso zum "Boogie-Zentrum".

In den 80er-Jahren - als die Popularität von Livemusik durch die "Hamburger Szene" einen enormen Schub bekam - waren es Weber und Zwingenberger, die in Hamburg den Boogie in eine professionellere Hülle steckten. Von Hamburg aus entfaltete er Breitenwirkung: "Die beiden spielten Boogie und Blues am Klavier, wie kein anderer zuvor", beschreibt Eidenhammer den Grund für den Aufstieg Hamburgs zum deutschen Gravitationszentrum des Boogie. Mit stetig wachsendem Erfolg und jungen Musikern: "Boogie- Woogie ist unabhängig von jedem Trend. Es ist ausschließlich die Begeisterung, sich über diesen unkonventionellen Weg am Klavier auszudrücken.", weiß Boogie-Star Zwingenberger, der 28 CDs veröffentlichte und 400 000 Tonträger verkauft hat.

20 bis 30 Boogie-Pianisten werden am 8.8. in der Altonaer Fabrik auf der Bühne stehen, unter ihnen Lila Ammons, Enkelin des legendären Albert Ammons, und Nils von der Leyen. Neben Gottfried Böttger kommt auch Jo Bohnsack zur langen "Boogie-Nacht" - der Einzige, der neben den Gastgebern seit Anfang in der Fabrik dabei war. In diesem Jahr kann er ein ganz persönliches Jubiläum gleich mitfeiern: 30 Jahre Bühnenpräsenz. Am 12.8. kommen Axel Zwingenberger und Lila Ammons nach Westerland/Sylt, um ihm dort musikalisch zu gratulieren.