"Mich bewegt die Frage nach dem Lebenssinn"

Talk: Um Gottes Willen. So, 8.30 Uhr N24

Die Hamburgerin Julia Scherf (35) ist Richterin im Gerichtsbezirk Itzehoe und frischbestellte Moderatorin des N24-Talks "Um Gottes Willen". Ungewöhnlich? "Nein, Zufall", sagt die Mutter von vier Kindern im Alter zwischen fünf Monaten und acht Jahren. Eine Freundin hatte sie als Nachfolgerin des langjährigen Moderators David Kadel vorgeschlagen. Und die Juristin - übrigens die Schwiegertochter von Henning Scherf - überzeugte.

ABENDBLATT: Sie werden am Sonntag zum ersten Mal als Moderatorin im Fernsehen zu sehen sein. Gibt es im Gerichtssaal nicht genug Publikum?

JULIA SCHERF: Das ist keine Frage von Publikum. Das sind ganz unterschiedliche Arten, wie man Menschen begegnet. Ich mache das nicht, weil ich Publikum brauche - weder das eine noch das andere. Ich finde es einfach spannend, mit Menschen über Glaubensfragen zu sprechen.

ABENDBLATT: Wie kommt eine Richterin zum Thema Ethik und Glauben?

SCHERF: Das ist keine berufliche, sondern eine menschliche Frage. Diese Themen bewegen die Menschen, das zeigt sich auch an den Gesprächen mit den Gästen, die wir eingeladen haben: Wie kann ich mich in der Gesellschaft einbringen? Was gibt mir Kraft? Wodurch gewinnt mein Leben Sinn? Das sind alles Fragen, die mich schon immer bewegt haben.

ABENDBLATT: Und wann kommen Sie zum Aktenlesen?

SCHERF: Bis Januar bin ich ja noch in Elternzeit. Zum Aktenlesen komme ich, weil ich nur einmal im Monat zur Aufzeichnung von zwei bis drei Sendungen ins Studio muss. Deshalb wurde mir der Job als Nebentätigkeit genehmigt. Die Sendungen bereite ich abends auf dem Sofa vor.