Ausstellung im Levantehaus

Chinesische Kunst: Klein, aber fein

Hamburg. Klein, aber fein. So lässt sich die Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst bezeichnen, die auf Wunsch von Bürgermeister Ole von Beust für die Hamburger Landesvertretung in Berlin 2002 angelegt wurde. Mit Hilfe kundiger Fachleute und wohlgesinnter Sponsoren hat der Senat mehr als 20 Werke - Gemälde, Holzschnitte und Installationen - von international bekannten Künstlern zusammengetragen. Repräsentativ unterstreicht die Kollektion die guten, weit über 100 Jahre alten Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und China.

Anlässlich von "China Time 2006" zeigt eine Ausstellung im Levantehaus nun die "Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst". Wer sich mit dem Thema befasst hat, wird überrascht sein: kein China-Pop weit und breit. Der Betrachter steht vor kontemplativen Bildern mit sehr eigenen Formensprachen. Etwa das minimalistische, auf Hemdenstoff aufgetragene Gemälde "Appearance of crosses" von Ding Ji. Oder die großformatige "Kalligraphie" von Shu Zhuanxi: Auf 1,80 Meter langes Reispapier sind zwei Schriftzeichen gemalt.

"In dieser Ausstellung fehlt das Plakative. Sie wirkt eher feinsinnig und weist darauf hin, daß der ,zynische Realismus' nicht die einzige Kunstrichtung im modernen China ist", erläuterte der Sinologe Hans Stumpfeldt in seiner Eröffnungsrede.

Levantehaus (OG), Mönckebergstraße, bis 28.10., Mo-Sa 12-18 Uhr, Katalog 10 Euro.