Feurige Melange

Eliana Cuevas im Birdland

HAMBURG. Man sieht es dem Publikum im ausverkauften Birdland an, es will tanzen und staunen zugleich. Die Musik der kanadischen Eliana Cuevas Group ist kein verkopfter Jazz, kein reiner Latin und erst recht kein simpler Allerwelts-Jazz-Pop. Die hübsche Sängerin Eliana Cuevas und ihre vier hochversierten Musiker spielen zwei Sets, die zwischen den Stühlen der Genres stehen - so soll es sein, denn im Sitzen kann man sich kaum bewegen.

Hier trifft musikalische Klasse auf internationalem Jazz-Niveau auf treibende Rhythmen der Karibik und erstklassigen Latin-Pop. Das Geheimnis hinter dieser feurigen Melange liegt im Auftreten der gebürtigen Venezolanerin, die sich als Mannschaftsspielerin auszeichnet. Ihre berührende und in jeder Tonlage feste Stimme dominiert die Songs, versteht es aber auch, sich zurückzuziehen, um ihren Musikern Raum zu lassen. So treten immer wieder das virtuose Klavierspiel von Luis Guerra in den Vordergrund und die beeindruckenden Rhythmen, die der blinde Perkussionist Luis Obregoso seinen Trommeln mit bloßen Händen entlockt. Spätestens beim famosen Solo von Bassist George Koller, der auf seinem Instrument das tiefe Rauschen des Meeres simuliert, ist klar, dass an diesem Abend jedes Instrument eine Stimme ist und jede Stimme ein Instrument. Das Publikum staunt, denn zum Tanzen ist's sowieso zu voll.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.