Christians-Verlag vor dem Aus?

Heute Gespräch mit den Mitarbeitern

Hamburg. Das Hamburger Druckerei- und Verlagshaus Christians, das im August dieses Jahres Insolvenz angemeldet hat, muß möglicherweise Ende dieses Monats schon endgültig schließen. Das 1740 gegründete Hamburger Traditionsunternehmen mit 27 Mitarbeitern hatte seit Monaten nach einem Partner gesucht. Offensichtlich vergebens.

Der Verlag hat rund 200 Titel im Programm, zumeist Kunst- und Kulturbücher sowie Ausstellungskataloge mit Hamburgbezug. Der Markt für Bücher mit regionalen Themen ist aber seit Jahren rückläufig.

Seit am 1. Oktober Insolvenzverwalter Titz den bisherigen Verlagsgeschäftsführer Martin Lind abgelöst hat, scheint es kaum noch Hoffnung für das Überleben des Verlages zu geben. Heute wird Titz mit der Belegschaft sprechen.

Zumindest die Druckerei steht schon vor dem Aus. Armin Sandig, Leiter der Hamburger Freien Akademie, der am 3. November seine Ausstellung "Bilder und Zeichnungen 1999- 2004" eröffnet, sieht sich in Not. "Mir wurde gesagt, daß die Druckerei Ende Oktober schließt. Der Katalog, den der Christians Verlag für die Ausstellung drucken wollte, ist aber noch nicht fertig. Ich hoffe sehr, daß er trotzdem noch hergestellt wird."

Die deutsche Verlagsbranche, die sich seit fünf Jahren im Abwärtstrend befindet, muß insgesamt mit sinkenden Umsätzen fertig werden. Statt 465 Millionen Bücher, wie 1999, wurden 2003 nur noch 415 Millionen Bücher verkauft.