Pavarotti in Hamburg - "und wie ist er als Mann?"

Gesungen wird erst morgen, doch Luciano Pavarotti (68), der mit dem Hamburger Konzert am Rothenbaum den ersten Schritt zur Selbstverrentung im nächsten Jahr vollziehen will, sorgte schon gestern für mächtigen Wirbel: Im Hotel Royal Meridien an der Außenalster wurde für den Star-Tenor nicht nur eine Küchenzeile für den kleinen Hunger zwischendurch in seiner Suite installiert, sondern auch eine Pressekonferenz inszeniert.

Die stellte so ziemlich alles in den Schatten, was man inzwischen im Umgang mit Klassik-Stars seines Formats erleben kann: Journalisten wurden vorab gebeten, auch Fragen an die anderen Mitwirkenden zu stellen. Zur Belohnung für so viel PR-Hilfestellung durfte die zuarbeitende Sopranistin Carmela Remigio (r.) erklären, wie Pavarotti denn so als Mann sei: "Wunderbar!" Mehr wollte dann niemand von ihr wissen. Fotografen stapelten sich auf Stühlen, um das beste Bild zu erhaschen. Pavarotti selbst, bunt verpackt, bühnenreif geschminkt und deswegen mit 15 Minuten Verspätung, blieb entspannt und plauderte mehr oder weniger fragenbezogen vor sich hin - über seine Karriere im Allgemeinen und Speziellen oder über das Hamburger Wetter, das für einen Tenor für einen Spaziergang momentan nicht geeignet sei. Zu seiner Küchenzeile befragt, kam die charmant-schlagfertige Antwort: "Ich esse nicht." Die logische Folgepointe, der Papst sei nicht mehr katholisch, unterließ er. Nach einer halben Stunde hatte die tenorale Manifestation ein Ende - Pavarotti ließ sich vom zuständigen Adlatus seinen weißen Hut reichen und beendete die One-Man-Show. Ohne Zugabe.