Hamburger Verleger Röhring gestorben

Hamburg. Der frühere Hamburger Verleger Hans-Helmut Röhring ist tot. Er erlag am Sonntag im Alter von 64 Jahren einem Krebsleiden. Röhring, der früher als Verlagsleiter bei Hoffmann & Campe arbeitete, hatte 1983 ein Manuskript von Erich Kuby über die Hintergründe der Affäre der im "Stern" erschienenen "Hitler-Tagebücher" angekauft. Obwohl bereits zum Druck vorbereitet, sollte das Buch nach dem Willen des Hoffmann-und-Campe-Verlegers Thomas Ganske nicht ohne substanzielle Eingriffe erscheinen dürfen. Daraufhin zog Kuby das Manuskript zurück, und Röhring verabschiedete sich fristlos und im Zorn von dem Hamburger Großverlag.

Mit Dirk Rasch als Juniorpartner und dessen Vater, dem Osnabrücker Druckereibesitzer Horst Rasch als "stillem Teilhaber" gründete er den Rasch & Röhring Verlag, der 1985 zum "Verlag des Jahres" gewählt und 1994 für sein "besonders ambitioniertes Programm" von der Hamburger Kulturbehörde ausgezeichnet wurde.

Doch obwohl er Prominente wie Otto Waalkes und renommierte Autoren wie Ralph Giordano und Hoimar von Ditfurth publizierte und wiederholt in der "Spiegel"-Bestseller-Liste vertreten war, geriet Röhring 1999 mit seinem Verlag in eine Existenzkrise.

Als Kleinverlag mit allzu breit gefächertem Programm konnte er gegen die großen Publikumsverlage nicht länger bestehen. "Die Luft ist irgendwie raus, der Spaß, die Leidenschaft des Büchermachens ist weg", sagte er damals im Abendblatt-Interview. Er zog sich zurück, engagierte sich aber bis zuletzt als Tierschützer für die Rettung der afrikanischen Elefanten.