Sehr realistisch und tieftraurig

TV-Kritik

STÄRKER ALS DER TOD , (Montag, ZDF)

Opfer einer Mordtat sind oft nicht nur die Ermordeten selbst, sondern auch deren Angehörige, die mit dem gewaltsamen Tod, mit dem Verbrechen nicht fertig werden. Konsequent beschäftigte sich Nikolaus Leytner (Buch und Regie) in seinem Film mit diesen Opfern. Und er tat es außerordentlich einfühlsam.

Die Mutter, die vergeblich versucht, das Leben wieder zu ordnen, der Vater (August Zirner), der sich völlig abschottet, die aufmüpfige Tochter (Anna Brüggemann), die sich von allen verlassen fühlt - da wurden sehr realistisch und zum Teil tieftraurig die verschiedensten Reaktionen von Verzweiflung über Wut bis zum Protest offenbar. Hervorragend Veronica Ferres als Mutter, die hier wieder einmal bewies, dass sie sich zur ernst zu nehmenden Charakterspielerin gemausert hat. Nur das Ende - mit dem versuchten Selbstmord der älteren Tochter - geriet unnötig melodramatisch. (Brigitte Ehrich)