Körber Studio Junge Regie zum 6. Mal im Thalia Gaußstraße

Verstrickt in Beziehungen mit oder ohne Worte

Bis zum ersten April treffen sich Nachwuchsregisseure aus den Theaterhochschulen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz im Thalia in der Gaußstraße. Erstmals ist eine ausländische Hochschule aus Amsterdam vertreten. Aus neun Inszenierungen wählt zum Finale eine Jury die beste aus.

Hamburg. Dass man auch ohne viel zu sprechen auskommen kann denn keine Eröffnung kommt bekanntlich ohne wortverliebte Redner aus zeigte Daniel Pfluger von der Zürcher Hochschule der Künste. Er ließ lakonisch, spannungsvoll und in Momenten auch komisch die Körper in seinem Tanztheater-Projekt "Unvollkommen" sprechen. Die fünf Frauen und zwei Männer zappelten wie Marionetten an den Klangfäden des Pianisten Engin Bumbacher. Ein diabolischer "Puppenspieler" und Sadist, spielte der Musiker die Akteure gegeneinander aus, trieb sie zu verliebten Sprüngen, sehnsüchtigen Drehungen, zarten Umarmungen oder brutalen Umklammerungen.

Auch in der "Lantana"-Collage des Wiener Max-Reinhardt-Seminars ging es um die Verstrickungen und Verwirrungen im Dickicht von Beziehungen. Steffen Jäger interessierte weniger der Krimi um die verschwundene Frau als das Traumspiel, in dem sich vier Paare aufeinander zu bewegen und wieder trennen. Nicht immer wurde klar, worum es ging, zumal der Regisseur die Szenen mit Songs aus Cameron Mitchells Musical um eine Rocker-Transe "Hedwig And The Angry Inch" verschnitt. Doch über die Körperbilder der sich ineinander verbeißenden oder isoliert agierenden Spieler vermittelte sich das aussichtlose Ringen um die Verwirklichung des Traums von Liebeserfüllung.

Das Körber Studio Junge Regie läuft noch bis 1. April, es gibt aber nur noch Restkarten. Am Sonntag den 29. März kommt Thomas Ostermeier von der Schaubühne Berlin zum Symposium "Schauspieler Situation Spiel" ab 15 Uhr. Karten: 32 81 44 44.