Theaterkurzkritik

Sieben Badezimmer-Furien beim Schlagabtausch

Andreas Schmidt brachte das Stück "Die sieben Todsünden" auf der Bühne der Komödie Winterhuder Fährhaus heraus. Sieben Frauen, darunter Mareike Carrière, witzelten sich durch konsequent brachialen Humor.

Hamburg. So eine Hochzeit soll ja der schönste Tag im Leben einer Frau sein. In der Komödie "Die sieben Todsünden" ist die Braut in spe unauffindbar. Dafür zoffen sich die reiche Schwiegermutter, die Großmutter, die Mutter, die Hochzeitsagentin, die Schwester, die beste Freundin und eine Toilettenfrau zwischen güldenen Spiegeln und Botticelli-Venus-Türen auf der Damentoilette. Die Suche nach der Braut entgleist schnell im reinsten Zickenterror unter Freundinnen und Mutter-Tochter-Konflikten. Die beste Freundin ist eine Karriere geile Verräterin, die Künstlerin natürlich sexuell überbefreit. Kein Klischee wird ausgespart. Die Witze landen zielsicher unter der Gürtellinie. Einzig Mareike Carrière werden in der Rolle der Schwiegermutter im zweiten Teil ein paar Sätze mit doppeltem Boden geschenkt. Und Dorothea Gebhardt als Schwester verströmt in dieser durch und durch neurotischen Welt angenehme Bodenhaftung. Andreas Schmidt inszeniert seinen gemeinsam mit Luci van Org verfassten Zickenkrieg mit leichter Hand als vereinzelt unterhaltsame, insgesamt aber arg flachbrüstige Kalauerrevue. (asti)