Elīna Garanča in der Laeiszhalle

Honigsüß und gekonnt

Die lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča sang das erste Konzert ihrer Deutschland-Tournee in Hamburg.

Reizend, charmant, makellos und eindrucksvoll war’s. Überwältigend war’s allerdings nicht, denn dafür fehlte dem Star des Abends die Opern-Bühne als Präsentierteller. Die Repertoireauswahl des aktuellen Konzertprogramms von Elīna Garanča ist so passgenau und effektsicher ausgewählt wie die edle Garderobe im Hochglanz-Programmheft. Dem Zufall überlässt sie nichts mehr, dafür ist sie schon zu lang im Geschäft, auch wenn ihre Vermarktung seit einiger Zeit mit zugeschaltetem PR-Turbo betrieben wird und so tut, als sei sie gerade erst vom Himmel gefallen. Dass ihr Ehemann Karel Mark Chichon bei den Orchester-Intermezzi die Neue Philharmonie Westfalen nach der Mittelklasse-Devise "Ich mag Musik nur, wenn sie laut ist" dirigierte? Ein Schönheitsfehler, den man dabei wohl verschmerzen muss.

Dafür hatten die Delikatess-Arien von Donizetti und Bellini im ersten Teil des Programms Klasse und dramatisches Diven-Format, die Stimme war honigsüß und satt, kräftig strahlend und fokussiert. Die spanischen Petitessen von Barbieri und Gimenez nach der Pause waren ebenfalls schön und gut und nett iberisch, aber lediglich Aufwärmübungen für das finale "Carmen"-Potpourri. Hier gab Garanča dann das konzertante Luxus-Luder, eine Schlampe vom Feinsten.

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