7.000 Hardcore-Punk-Fans in Alsterdorf

Kein Fisch und kein Fleisch: Rise Against

Die politisch korrekten US-Boys Rise Against aus Chicago traten am Freitag in der ausverkauften Sporthalle auf: 80 Minuten Hardcore, gefühlsecht.

Gut, dass Sänger Tim McIlrath und seine drei Kumpels nicht die Schlange im Döner-Laden am U-Bahnhof Lattenkamp gesehen haben - alles Fans der 1999 gegründeten Band, die sich so sehr für Vegetarismus und PETA engagiert, dass sogar für ihre Turnschuhe zertifiziert kein Tier leiden musste. Insgesamt 7.000 Anhänger waren zum vom Docks in die Alsterdorfer Sporthalle verlegten Konzert gekommen und erlebten 80 Minuten Hardcore und Neo-Punk mit gefühlsechten Melodien. Trotz der Kürze der Zeit feuerte Rise Against 18 Dreiminuten-Kracher und die zwei Unplugged-Balladen "Hero Of War" und "Swing Life Away" in das tobende U21-Publikum, welches vor allem zu Beginn eingängige und doch heftige Lieder wie "Drones", "Give It All", "State Of The Union" oder "Life Less Frightening" mit wüstem Pogo abfeierte.

Während der Konzert-Halbzeit nahm die Intensität auf und vor der Bühne allerdings etwas ab - vielleicht war es Erschöpfung oder Übersättigung nach hastiger, nur kurz von Ansagen unterbrochener Dauer-Beschallung. Jedenfalls wurde erst bei den drei Zugaben "Survive", "Audience Of One" und "Prayer Of The Refugee" wieder der Zustand von "State of The Union" erreicht. Insgesamt war das Konzert kein Fisch und kein Fleisch, aber bekömmlich. Gerne mehr davon - Tim McIlrath kündigte an, dass die Band Ende August bei den "T-Mobile Extreme Playgrounds" in Pinneberg auftreten wird.

Die Setliste:

Drones
Give It All
State Of The Union
Ready To Fall
Injection
Re-Education
Chamber The Cartridge
Stained Glass And Marble
Behind Closed Doors
Life Less Frightening
Like The Angel
Collapse
Heaven Knows
Long Forgotten Sons
The Good Left Undone
Hero Of War
Swing Life Away
Survive
Audience Of One
Prayer Of The Refugee