Releasekonzert von ClickClickDecker im Zeise-Kino

Pop an Popcorn

Kevin Hamann alias ClickClickDecker ist mit neuer Platte am Start. Sein drittes Werk "Den Umständen Entsprechend" präsentierte der Wahlhamburger solo und mit seiner Band am Freitag in den Ottenser Zeise-Kinos. Ein bewegender Konzertabend mit einigen hübschen Regieeinfällen.

Pop an Popcorn gibt es auch nicht alle Tage. Doch wer wie ClickClickDecker die Veröffentlichung seines neuen Albums im Kino zelebriert, der weiß die Fans auch direkt stilecht versorgt. Und so geriet das Konzert im ausverkauften Zeise in Ottensen Freitagnacht zwar weniger rock'n'rollig, dafür aber entspannt und gemütlich. Von den dicken Kinosesseln aus lauschten die Fans älteren, zum Hit gereiften Songs wie "Leider unvermittelbar" sowie vielen Stücken der neuen, dritten Platte "Den Umständen Entsprechend" (mit putzigen Tierwürfeln auf dem Cover). Im Spannungsfeld von Phlegma und Pflicht, Suchen und Sorgen, Indie und Pop bewegen sich diese schmissigen Gitarrensongs.

Video: iLIVE-Vodcast mit ClickClick Decker. Kevin spielt zwei komplette Stücke seines neuen Albums

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Dem theatralen Rahmen angemessen hatte sich ClickClickDecker-Mastermind, Songschreiber, Sänger und Gitarrist Kevin Hamann eine hübsche Dramaturgie für Abend ausgedacht. Zunächst trat der junge Mann mit dem schicken Schnäuzer solo vor sein Publikum und attestierte erstmal: "Mir geht die Pumpe". Alleine spielte er zum Einstieg auf der Akustikgitarre passender Weise das Lied "Als die Band nicht kam". Nach einigen Stücken reihten sich seine Kollegen Simon Rass (Schlagzeug), Lars Lewerenz (Bass) und Oliver Stangl (Gitarre) dann aber doch neben Hamann auf dem schmalen Stück Bühne vor der Leinwand auf. Schön, wie da die Atmosphäre wechselte - vom intimen Alleinunterhalter-Set zum Raum und Herz füllenden Schub durch die Band.

Anhand des neuen Songs "Mit Naumanns Füßen" erklärte Hamann dann auch das Prinzip, wie er den Liedern Titel gibt: "Wenn's anliegt, denk ich mir was aus." Das muss nicht immer zwingend zum Inhalt des Stückes passen.

Und wie es sich für eine richtige Feier gehört, hatte der Veranstalter auch einige Ehrengäste eingeladen. Unter anderem begrüßte Hamann Sascha Blohm, der einige ClickClickDecker-Songs gecovert und auf YouTube als Film eingestellt hatte. "Das hat mich sehr gerührt." Und so sang Hamann mit Blohm (dieser stilecht im T-Shirt von ClickClickDeckers Label Audiolith) durchaus harmonisch im Duett den ersten Song der neuen Platte "Es fängt an wie es aufgehört hat". Mit Tobias Bade am Piano sorgte Hamann später, nach Mitternacht, noch für getragenere Momente, führte beispielsweise einen "Dialog mit dem Tölpel".

Ein großer Vorteil dieser Release-Party war natürlich die Leinwand. Und so konnten die Fans auch großformatig die Premiere des von Torben Iversen gefertigten Videoclips zur Single "Händedruck am Wendepunkt" erleben. Die Jungs der Band spielen da im Liegen vor weißem Grund und fahren wie auf einem Fließband am Betrachter vorbei. Auch live sang Hamann diesen Song, mit grandios aufgeriebener Stimme, erzählte von Zeichen und Zweifeln, wippte hin und her, trippelte auf der Stelle, vor der Leinwand. Projektionsfläche. Großes Kino.

live: 5. April, Molotow; Vorband: 1Limited