Bewegendes Jugendtheater auf der Lichthof-Bühne

Hamburg. Eine Spielerin verliert. Sie wird ihren Platz im Leben nicht finden - und sich erschießen. Nur fünf Stühle stehen bereit für die sechs Mädchen auf der Lichthof-Bühne in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen", verloren stehen Mo und Mel da. Die Pausen zwischen ihren Sätzen lasten bleischwer. Pubertät isoliert, lähmt, verwirrt. Diesen Zustand setzt Regisseur Felix Pace ins Bild - anstatt Wedekinds Stück brav nachzuspielen. Er schneidet dessen Text gegen heutigen Schulhof-Jargon, entfesselt damit kein aufgekratztes Jugendtheater, sondern bändigt es in einer klaren, strengen Form. Er zeichnet in Nöten und Widersprüchen gefangene Figuren, deren Charaktere Nadine Vogts Kostüme unterstreichen. So rundet sich das Bild von der Seelenlandschaft Jugendlicher auf der Suche nach sich bewegend ab.