Freiheit: Kate Nash

Die Feministin kann sogar bunte Geschirrhandtücher verkaufen

Foto: Jahnke

75 kompakte Minuten zeigten in der ausverkauften Große Freiheit 36, dass die britische Sängerin Kate Nash auch die lauten Töne beherrscht.

Hamburg. Was zuerst beim Konzert von Kate Nash am Freitag in der ausverkauften Großen Freiheit 36 auffällt, ist das spärliche Angebot am Fanartikelstand: lediglich ein T-Shirt für 15 Euro und ein Geschirrhandtuch (!) für acht Euro wurden angeboten, beide in einem Design, welches wohl von Londoner Grundschülern entworfen wurde. Aber in Zeiten, in denen Bands den Großteil ihres Umsatzes über eine Flut von Killers-Zahnbürsten und Wolfmother-Jutebeuteln generieren, können kunterbunte Geschirrhandtücher auch nicht mehr überraschen.

Kate Nash, 1987 in London geboren und wie Amy Winehouse, Katie Melua und Imogen Heap an der Talentschmiede der "BRIT School" ausgebildet, verbindet seit drei Jahren erfolgreich eigensinnige Singer/Songwriter-Kunst mit Punk-Charakter, und so werden "Do-Wah-Doo" oder "Kiss That Grrrl" auch live in der Freiheit von Kate und ihrer Band wiedergegeben: rotzig, aber charmant, lärmend, aber nicht nervend. Und das will schon was heißen bei einer ausgesprochenen Feministin, die ihr Keyboard mit einem "This cunt is useful"-Banner schmückt. Wenn sie nicht wie bei "I Hate Seagulls" um Ruhe bittet, geht sie in die akustische Offensive, lässt jeden Kiekser lachend bejubeln.

Sie ist ein böses liebes Mädchen, spielt "I Just Love You More" mit vollem Punk-Körpereinsatz, holt für ein paar Zugaben Luft und verschwindet nach kompakten 75 Minuten unter großem Jubel. Kein Wunder, dass eine gewisse Lena aus Hannover schon Kate Nashs "Foundations" coverte, denn die Britin steht für die aktuelle Generation von Pop-Frauen, die sich nichts gefallen lassen. Das gefällt.