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Benefiz-Lauf

Das Gedränge im Kleiderschrank

Hajo Schumacher, Journalist und Autor [ Rechtehinweis: picture alliance/rtn - radio tele nord ]

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Foto: dpa Picture-Alliance / rtn, patrick becher / picture alliance / rtn - radio t

Hamburg Commercial Bank Run am 22. Juni: Hajo Schumacher über Lauf-T-Shirts, die Geschichten erzählen und von denen er sich nie trennt

Hajo Schumacher ist begeisterter Läufer und Teilnehmer bei Hamburgs größtem Charitylauf, der am 22. Juni als Hamburg Commercial Bank Run 2019 durch die HafenCity geht. In loser Folge erzählt der Kolumnist Geschichten rund ums Laufen:

Für Läufer zählt nicht der Sport, sondern das T-Shirt vom Rennen. Als Arbeitsnachweis oder Erinnerungsstück. Irgendwann jedoch ist der Schrank voll, dann muss ausgemistet werden. Eine der düstersten Regionen jedes Ausdauersportlers ist der T-Shirt-Friedhof. Meine historische Sammlung beläuft sich auf einen knappen Kubikmeter.

Seit Jahren gelingt es mir, immer neue Leibchen dazuzustopfen. Physikalisch ist das kaum möglich, da objektiv kein Platz mehr dazwischen ist. Aber es muss sein. Man bekommt ja bei jedem Feld- und Waldrennen ungefragt ein Hemd, meist in miesen Farben, oft mit peinlichen Aufdrucken, immer in lausiger Qualität. Aber wegwerfen? Niemals. T-Shirts sind wie Kaninchen - sie vermehren sich wie wild.

Das textile Endlager

Ich vermute, dass sich die Rückwand vom Schrank schon besorgniserregend beult; womöglich hat sie sich durch die Wohnungswand gearbeitet und die meisten meiner T-Shirts liegen beim Nachbarn. Aber er hat sich noch nicht gemeldet. Ich schaue nicht nach. Bloß keine schlafenden T-Shirts wecken. Als meine Frau neulich Stauraum suchte für ihre beträchtliche und von mir finanzierte Wintergarderobe, wurde ich wieder mal auf mein textiles Endlager hingewiesen.

„Hol mal alles raus“, befahl sie mit trügerischem Kumpelton, „ich helfe Dir beim Zusammenfalten.“ Als ich am ersten Shirt zog (das kultige „HSH Nordbank Run 2018“), kamen vier oder fünf ungebeten hinterher, darunter die unter Kennern sehr geschätzten Modelle „Volkstriathlon 2001“ und „HEW-Cyclassics 2003“. Der Schrank sah unverändert übervoll aus. Insgeheim hatte ich gehofft, durch geschicktes Ziehen einen Hohlraum zu schaffen, wo Mona einen ihrer Pullover hätte hineinstopfen können. Es wäre die letzte Chance gewesen, das T-Shirt-Massaker abzuwenden. T-Shirts soll man ruhen lassen.

Jedes Stück Stoff weckt Erinnerungen

Der Schrank ist wie ein Fotoalbum. Es sind Erinnerungen. Jedes Stück Stoff erzählt eine Geschichte, von wenigen Siegen und ungezählten Niederlagen. Jedem Hemd kann man eine Frau zuordnen, eine Wohnung, ein Wetter, ein Gefühl. Auf meiner Beerdigung soll jemand mein Leben anhand meiner T-Shirts nacherzählen.

Plötzlich klingelte das Telefon. Die beste Freundin meiner Frau war dran. Sie wollte ihre jüngste Trennung noch mal durchsprechen. Ich trennte mich von drei teuren Sweatshirts, um der Gattin neuen Platz anzubieten. Die T-Shirts stopfte ich mit zarter Gewalt zurück. Das war knapp. Wir hatten noch mal Aufschub bekommen.

Hier kann man sich anmelden zum Run

Schon jetzt haben sich mehr als 10.000 Teilnehmern für den Hamburg Commercial Bank Run 2019 (ehemals HSH Nordbank Run) in der HafenCity angemeldet. Ein Team für den größten Benefiz-Lauf Norddeutschlands, der vier Kilometer lang ist, besteht aus mindestens zehn Personen, eine Startnummer kostet – je nach Teamgröße – 20 bis 25 Euro. Vom Startgeld jedes gemeldeten Läufers gehen sieben Euro an den Abendblatt-Verein. Mit dem Geld werden im Rahmen der Aktion „Kids in die Clubs“ Kinder und Jugendliche aus finanziell schwächer gestellten Familien sportlich gefördert. Einzelstartnummern (25 Euro) für das “Hamburg.Gemeinsam!“-Team gibt es bis zum 21. Juni in der Geschäftsstelle des Hamburger Abendblatts im Großen Burstah 18-32 sowie am Veranstaltungstag vor Ort im großen Zelt auf der Kaifläche hinter Terminal 1.

Anmeldungen für Teams bis zum 29. Mai unter: www.hcob-run.de