Kinder helfen Kindern
Unterstützung für Kinder und Jugendliche
Der Verein unterstützt bedürftige, kranke sowie behinderte Kinder und Jugendliche der Metropolregion Hamburg.

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Aktion im September

Große Benefiz-Lesung mit Rumpelröschen

Schauspieler Christian Berg hat seinen guten Fee Rumpelröschen auf der Schulter

Foto: Ge Zwei/Illustration: Christine Faust

Schauspieler Christian Berg hat seinen guten Fee Rumpelröschen auf der Schulter Foto: Ge Zwei/Illustration: Christine Faust

„Kinder helfen Kindern“-Botschafter Christian Berg liest aus seinem neuen Märchenbuch zugunsten des Vereins.

Feen müssen nicht immer weiblich sein, auch Jungs können gute Feen sein, findet der Schauspieler Christian Berg. Und weil er mal auf der Bühne ausprobieren wollte, wie so ein männlicher Fee ankommt, zog er bei seinem Familienmusical „Rapunzel“ ein rosa Tutu mit pinkfarbener Jacke und Badehaube plus rosa Flügel an. So flatterte er als Rumpelröschen im Weihnachtsmärchen im Winterhuder Fährhaus vergangenes Jahr herum – und das Publikum fand ihn großartig. Skurril, etwas albern und sich für nichts zu schade, das lieben die Fans an Christian Berg. Und für ihn war in dem Moment klar, dass Rumpelröschen funktionieren würde, auch in Buchform.

Ab August gibt es das neue Märchenbuch „Rumpelröschen“ von Berg im Handel, gleichzeitig wird es dazu im September eine große Lese-Benefizveranstaltung zugunsten des Abendblatt-Vereins „Kinder helfen Kindern“ im Fährhaus und Autorenlesungen in Hamburger Grundschulen geben, die der Verein Klassen in sozial schwachen Stadtteilen spendiert (siehe Kasten).

Denn Christian Berg ist der Botschafter des Abendblatt-Vereins. Seit drei Jahren sammelt er nach seinen Auftritten Geld vor allem für alleinerziehende Mütter, die von „Kinder helfen Kindern“ unterstützt werden. „Diese Mütter sind für mich die wahren Helden und mir gefällt, dass der Verein so unkompliziert und schnell Menschen in Not hilft“, sagt Berg, der insgesamt schon fast 52.000 Euro seit März 2016 an Spendengeldern gesammelt hat.

Nun soll sein Rumpelröschen als Buch Kinder und Eltern verzaubern, auch wenn der gute Fee gar nicht zaubern kann. „Wichtig ist, dass er aus seiner Angst immer wieder Mut wachsen lässt und niemals aufgibt, auch wenn es brenzlig wird“, sagt Berg. Sein Held ist eigentlich ein Unfall, den der Feenmacher Meinardus Zappelfee verursacht hat, als er, statt sein Werk zu vollenden, lieber einen Spaziergang macht. So wird Rumpelröschen auf der offiziellen Feen-Geburtstagszeremonie auch nicht gleich zum guten Fee ernannt, sondern muss erst durch eine gute Tat beweisen, dass er den Namen verdient. Er wird mit einem Einmal-Zauberstab ins Märchenland geschickt. Dort begegnet er allerlei bekannten Gestalten wie Pinocchio, Aschenputtel, einem Einhörnchen sowie Hänsel und Gretel samt Hexe. Und er merkt, dass es ganz schön schwer ist, zu entscheiden, wem man einen Gefallen tun sollte, und zudem jemanden in wirklicher Not zu finden.

Begleitet wird die fantasie- und humorvolle Geschichte von wunderschönen Zeichnungen der Illustratorin Christine Faust, die Rumpelröschen mit Feenflügeln, Fliegermütze, grünen Schuhen mit Blütenblättern, roten Samthosen und einem Tutu ausgestattet hat. „Ich wollte mit Rumpelröschen eine neue Figur erschaffen, die anders ist als andere Charaktere, die so durch die Märchenwelt spazieren“, erklärt Christian Berg. Es sollte eine Figur sein, mit der sich sowohl Mädchen als auch Jungen identifizieren können. Inzwischen ist es eine seiner Lieblingsfiguren, die er immer mal wieder in seine Familienmusicals einbauen möchte, „weil sie so gar nicht Mainstream ist, von den kleinen und großen Menschen so geliebt wird, auch wegen ihrer Schwächen“, sagt Berg, und dabei scheint es, als würde er sich selbst beschreiben.

Der 52-Jährige kennt auch die Schattenseiten des Lebens

Denn Christian Berg ist mit seiner Art und seinem Lebensweg auch fernab vom Mainstream. Er bezeichnet sich gern als „Anti-Helden“ – „eher schwach als stark“ – und auf der Bühne gibt er am liebsten den Clown. Ihn umspielt immer ein wenig Melancholie. Auch wenn seine Bühnenstücke sehr erfolgreich sind, hat der 52-Jährige die Schattenseiten des Lebens kennengelernt. Wegen eines Schädelbasisbruchs als Kleinkind hatte er als Jugendlicher immer wieder spastische Lähmungserscheinungen. Zudem legte er beruflich und privat eine Bruchlandung hin. Sein Tourneetheater ging vor rund sechs Jahren pleite, seine beiden Ehen scheiterten. Allerdings versteht er sich mit der Mutter seines Sohnes Mattheus noch gut und sein Kind ist für ihn der Mittelpunkt seines Lebens in Cuxhaven.

Was Christian Berg zum Glück nie verlassen hat, sind seine Fantasie und seine unglaubliche Kreativität, mit der er ein Bühnenstück nach dem anderen schreibt oder umschreibt und bekannten Märchen dadurch neuen Pfiff gibt. So denkt er schon darüber nach, aus den bekannten Prinzessinnen Jungen zu machen, also ein Cinderello und Schneewittcher auf die Bühne zu bringen oder statt der immer starken Männer mal starke Mädchen auftreten zu lassen, zum Beispiel eine tapfere Schneiderin oder Aladdina.

In diesem Sommer wird sich Christian Berg allerdings erst einmal darauf konzen­trieren, sein Rumpelröschen bekannt zu machen, denn diese Figur beweise doch, „dass jeder allein mit seinem Tun, auch ohne Zauberkraft, zum Fee werden kann“.

Christian Berg: „Rumpelröschen“, mit Illustrationen von Christine Faust,
112 Seiten, Esslinger 2018, 12,99 Euro

Karten für das Benefiz-Event und Klassenlesungen

Die Benefiz-Lesung
zugunsten des Abendblatt-Vereins „Kinder helfen Kindern“ findet am 16. September um 11.30 Uhr in der Winterhuder Komödie, Hudtwalckerstraße 13, statt. Gemeinsam mit Christian Berg werden Andrea Lüdke, Maike Bollow, Carlo von Tiedemann, Jan-Christof Scheibe und Tetje Mierendorf aus dem Buch Rumpelröschen vorlesen und musizieren. Moderieren wird der NDR-Journalist Daniel Kaiser. Karten für 18 Euro unter Tel. 48 06 80 80 oder www.komoedie-hamburg.de

Der Abendblatt-Verein spendiert insgesamt zehn Grundschulklassen in sozial benachteiligten Stadtteilen eine 60-Minuten-Lesung mit Christian Berg. Folgende Termine sind möglich entweder um 8.30 oder 11.30 Uhr am: 17.9./ 18.9./ 19.9./ 20.9./ 21.9./ 26.9./ 27.9. und 28.9. Bewerbungen mit Begründung, warum Sie an Ihrer Schule eine Rumpelröschen-Lesung haben möchten, bitte bis zum 9. Juni per E-Mail an: mensch@
abendblatt.de. Weitere
Infos zu Lesungen unter: www.ideen-falter.de