Kinder helfen Kindern
Unterstützung für Kinder und Jugendliche
Der Verein unterstützt bedürftige, kranke sowie behinderte Kinder und Jugendliche der Metropolregion Hamburg.

Finanzielle Hilfe erhalten sowohl soziale Projekte als auch Einzelschicksale. Lesen Sie mehr »
Rückblick

Wo unsere Leser 2017 geholfen haben

Herbert und Franziska  A.  mit ihrem Sohn Fiete und der

Herbert und Franziska A. mit ihrem Sohn Fiete und der

Foto: Marcelo Hernandez

„Kinder helfen Kindern“ hat 23.000 Kinder mit 532.762 Euro unterstützt, „Von Mensch zu Mensch“ gab an 10.462 Erwachsene 322.852 Euro. Familie A. erhielt Hilfe von beiden Aktionen.

Sie hatten alles, was man sich gemeinhin wünscht als junges Paar: eine schöne Altbauwohnung im angesagten Stadtteil Ottensen, Erfolg im Beruf, Zeit für sich und Geld zum Reisen – all die Attribute unbeschwerten Glücks, ohne die für viele ein erfülltes Leben undenkbar ist. Franziska und Herbert A., 43 und 44 Jahre alt, hat das nicht gereicht. Denn das, was sie sich am meisten wünschten, hatten sie nicht: ein Kind. Deshalb adoptierten sie ein Baby, eines, das behindert ist. Fiete ist inzwischen neun Jahre alt und hat das Leben seiner Eltern von Grund auf verändert. Nichts ist mehr so, wie es war – und Fiete ist für Franziska und Herbert das größte Glück.

Freunde und Verwandte fanden ihren Schritt mutig. Denn sie wussten, Fiete wird nie ein normales Leben führen können. Seine leibliche Mutter ist Alkoholikerin, sie hatte auch während der Schwangerschaft getrunken. Als der Junge 2008 zur Welt kam – zwei Monate zu früh – war er nur 1800 Gramm schwer und 48 Zentimeter groß. Er war gerade ein paar Tage alt, als Franziska und Herbert ihn zum ersten Mal sahen.

Sie wussten, er hat das Fetale Alkoholsyndrom. Und sie wussten von der ersten Minute an: „Das ist unser Kind.“ Erfolg im Beruf, schicke Wohnung, gutes Einkommen, die Freiheit, jeder Zeit tun und lassen zu können, wonach ihnen ist: das alles gaben sie auf. Bereut haben sie es nie.

Heute wohnt die Familie in einem Mehrfamilienhaus am Stadtrand. Die Mietwohnung ist klein und den Möbeln ist anzusehen, dass das Paar sie entweder online günstig ersteigert oder gebraucht geschenkt bekommen hat. Franziska und Herbert machen keinen Hehl daraus, dass das Geld knapp ist. Sie mussten lernen, um Hilfe zu bitten: „Dazu braucht es auch Mut“, sagt Franziska. Den fassten sie und ihr Mann – und baten die Abendblatt-Redaktion „Von Mensch zu Mensch“ in einem langen Brief, in dem sie sehr offen ihre Situation schilderten, vor zwei Jahren um Hilfe. „Wir haben unser Leben so umgestellt, dass wir Fiete optimal betreuen können. Wir haben unsere Lebensversicherungen beliehen und uns von allem Unnützen getrennt, jeden Cent zweimal umgedreht. Doch finanziell haben wir Schwierigkeiten. Das Geld reicht gerade so zum Leben“, sagt Franziska.

Dreimal in der Woche fahren sie mit ihrem Sohn zu Therapien und täglich den weiten Weg zu einer besonderen Förderschule, ihr altes Auto gab schließlich den Geist auf. „Wir wissen nicht weiter, wir sind auf das Auto dringend angewiesen“, schrieb die Mutter in ihrem Brief. Ihr Notruf kam an, die Hilfsinitiative „Von Mensch zu Mensch“ unterstützte die Familie 2015 beim Kauf eines günstigen, gebrauchten Renaults. „Für uns war das eine unfassbare Hilfe, wir haben geweint vor Freude und Dankbarkeit“, erinnert sich Franziska.

Deswegen fassten sie und ihr Mann sich dieses Jahr erneut ein Herz und baten die Abendblatt-Redaktion um finanzielle Unterstützung für die Anschaffung eines Therapiehundes für Fiete. Hierbei half der Abendblatt-Verein „Kinder helfen Kindern“, der sich auch an der Ausbildung des Goldendoodles, einer Mischung aus Golden Retriever und Pudel, beteiligte.

Mascha ist eineinhalb Jahre alt, hat dunkelbraunes Fell, samtweich und herrlich strubbelig. Und sie legt eine Gelassenheit an den Tag, die mindestens so groß ist wie ihr Herz, das vor allem für einen schlägt: Fiete. Er kann sich, ebenso wie seine Eltern, ein Leben ohne die Hündin gar nicht mehr vorstellen: „Mascha ist die Beste“, sagt er. Franziska und Herbert A. sehen es ähnlich: „Mascha ist eine große Bereicherung.“ Das Leben mit Fiete ist glücklich, keine Frage. Doch zu diesem Glück gehört auch, dass es die Eltern ordentlich fordert. Trotzdem sagen beide, dass sie ihrem Sohn viel verdanken: „Fiete macht uns Mut. Immer wieder.“

Franziska und Herbert lernten sich während des Studiums kennen. Sie war damals angehende Ökotrophologin, er Informatiker. Bei der Heirat 2001 stand für beide fest: „Wir wollen Kinder.“ Obwohl da schon klar war, dass Franziska nicht schwanger werden kann. Also stellten sie einen Antrag auf Adoption. Sie bereiteten sich gründlich vor, besuchten Seminare, waren sich nach reiflicher Überlegung einig, dass sie auch ein behindertes Kind akzeptieren würden. Doch was folgte, war: Warten.

Sie konzentrieren sich auf den Beruf. Beide arbeiteten im Marketing, waren erfolgreich, machten sich selbstständig. Nach vier Jahren, sie hatten die Hoffnung längst aufgegeben, auf einmal der entscheidende Anruf. Franziska und Herbert machten sich sofort von Hamburg auf den Weg nach Bonn – dort hatten sie zwischenzeitlich gelebt und sich um eine Adoption bemüht. Neun Jahre liegt das nun zurück. Noch heute sagen sie: „Es war Liebe auf den ersten Blick.“

Das Leben mit Fiete verlangt ihnen viel ab, bringt sie an ihre Grenzen, manchmal auch darüber hinaus. Die ersten fünf Jahre schlief er nicht eine Nacht durch. Die Fortschritte in der Schule sind mühsam, das meiste, was er lernt, vergisst er gleich wieder. Sich zu konzentrieren fällt ihm schwer. Immer muss sich jemand um ihn kümmern. „Sich alleine beschäftigen, das kann er nicht“, sagt Franziska. Aber seit Mascha zur Familie gehört, müssen nicht mehr ständig Vater oder Mutter ran. Fiete liebt es, mit der Hündin zu kuscheln und zu spielen. „Mascha beruhigt ihn“, sagen die Eltern.

Was ihr Sohn vor allem braucht, sind feste Strukturen, einen immer gleichen Tagesablauf. Aufstehen um sechs Uhr, dann zur Schule, um vier nach Hause, um acht Uhr ist Schlafenszeit, denn „wenn sich irgendwas ändert, macht ihn das kirre“.

Macht ihn etwas kirre, bedeutet das: Fiete hat Angst. Die kriegt er schon bei der kleinsten Erkältung oder auch in Räumen, die er nicht kennt. Was auch bedeutet: „Urlaub mit Fiete ist eine echte Herausforderung.“ Zuweilen springt die Angst den Jungen aber auch in ganz gewöhnlichen Alltagssituationen an. Er geht zum Beispiel nicht allein zur Toilette. Früher mussten jedes Mal Vater oder Mutter mit. Jetzt begleitet ihn Mascha. Die Hündin schläft auch in seinem Zimmer. „Sie tröstet ihn, wenn er traurig ist“, sagt Franziska. Mascha wacht bei Fiete, wenn er nachts nicht schlafen kann: „Sie spürt sofort, wenn mit Fiete etwas nicht stimmt und ist für ihn da.“

Wenn der Junge sich im Einkaufszentrum auf den Boden wirft, legt sich Mascha daneben. Jedes Mal, bevor sie eine Straße überqueren, setzt sich Mascha vor ihn hin und bringt Fiete so dazu, auf den Verkehr zu achten. Und wenn Fiete ganz „kirre“ wird von all den Reizen, die auf ihn einstürzen und gar nicht anders kann, als zu hüpfen wie ein Flummi, dann ist Mascha diejenige, die am ehesten zum ihm durchdringt und ihm Ruhe gibt.

Gegen abfällige Reaktionen anderer Menschen kann allerdings auch die Hündin nichts aussrichten. Denn zu den Besonderheiten, die Fiete ausmachen, gehört, dass er manchmal lauthals Schimpfwörter herausschreit oder unvermittelt selbst Fremden den Stinkefinger zeigt. Etwa beim Einkauf im Supermarkt um die Ecke. Scheele Blicke, Unverständnis, Empörung: Franziska und Herbert A. haben sich ein dickes Fell zugelegt: „Andere Kinder sind auch oft schwierig.“

Auf eine Frage reagieren beide jedoch bis heute allergisch: Warum bloß haben sie sich das angetan? „Angetan?“, blafft die große, schmale Frau prompt zurück und macht sich ganz gerade. „Fiete ist ein Geschenk!“ Er sei in jeder Hinsicht besonders, „auch besonders liebenswert“, sagt sie mit einer Überzeugung, die jeglichen Zweifel ausräumt.

Das Leben mit Fiete bereichere beide ungemein, sagt das Ehepaar. „Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Angeln Spaß macht“, erzählt Herbert. Er hat es durch Fiete gelernt. Der war gerade mal ein Jahr alt, als er seine besondere Leidenschaft für Fische und eben auch das Angeln entdeckte. Bis heute gehört es zum Leben der Familie. „Über Fische weiß Fiete alles“, sagt sein Vater. Er hat längst den Angelschein gemacht. Wenn Fiete draußen ist, in der Natur, geht es ihm so gut wie nie. „Da wird er ganz ruhig“, sagt seine Mutter. Sie und ihr Mann haben ihr Leben so weit es geht Fietes Bedürfnissen angepasst. Ihnen ist eine Berufskarriere nicht mehr so wichtig, beide haben ihre Selbstständigkeit längst aufgegeben: Franziska arbeitet heute als Teilzeitkraft bei einem Weiterbildungsträger, ihr Mann hat sich sogar ganz neu orientiert und studiert Sozialpädagogik: Aktuell arbeitet er an seiner Bachelorarbeit.

Seit Fiete in ihr Leben kam, habe sich ihr Wertesystem verschoben, sagen Franziska und Herbert: „Was heute für uns zählt, sind nicht mehr Geld oder Erfolg.“ An erster Stelle steht für sie die Familie. Dazu gehören die Eltern, Geschwister und zehn Nichten und Neffen. Eine Großfamilie, in der jeder so genommen wird, wie er ist. Und die sie stützt und trägt, wenn die beiden Entlastung brauchen.

Sie haben gelernt, den Augenblick zu lieben, im Jetzt zu leben. Auch das hat sich geändert, seit sie Fietes Eltern sind. Ihr ganz persönliches Mantra lautet: Es ist, wie es ist, weil es nicht anders sein kann. Also ist es perfekt! Ihnen fehlen schlicht Zeit und Kraft, um sich im Konjunktiv zu verlieren, sich mit dem zu plagen, was sein könnte oder sollte. Und es gibt viele schöne Momente. Etwa wenn Fietes Wortfindungsstörung dazu führt, dass er aus dem Stegreif neue Begriffe kreiert. Dann wird zum Beispiel aus einer Glatze eine Haarinsel, aus Globus Landkartenkugel und aus BH Brustbikini. „Das zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht“, sagt seine Mutter.

Die Pläne der Familie konzentrieren sich auf das Wesentliche. Franziska und Herbert haben dafür gesorgt, dass die Zukunft ihres Sohnes so gut wie möglich abgesichert ist – mit Pflegestufe II und der Anerkennung einer schweren Behinderung: „Wir hoffen, dass er später in einer Behindertenwerkstatt arbeiten kann.“

Diese Menschen und Projekte haben wir unterstützt

Alleinerziehende

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Unterstützung Alleinerziehender – fast ausschließlich sind es Mütter mit ihren Kindern. Viele kämpfen sehr für ein besseres Leben, können sich jedoch kaum aus dem Teufelskreis der Armut befreien. Die meisten, die sich an uns wendeten, kamen über sie betreuende Jugendhilfeträger, aber etliche schrieben uns auch direkt an und baten um Hilfe. Von jedem Antragsteller verlangen wir den Nachweis der Bedürftigkeit.

Die Mütter – und einige Väter – erhielten von uns über die Hilfsinitiative „Von Mensch zu Mensch“ u. a. Zuschüsse für die Renovierung und Ausstattung der Wohnungen sowie für Energiekosten. Für ihre Kinder bis 21 Jahre finanzierte der Abendblatt-Verein unter anderem Kleidung, Musikunterricht, Nachhilfe, Möbel, Ferienfreizeiten, Schwimmkurse und Fahrräder.

Manchmal bekommen wir auch etwas zurück: So spielte Hannah Yassine, der wir seit vielen Jahren den Querflötenunterricht bezahlen, bei dem Benefiz-Konzert „Showtime“ zugunsten des Abendblatt-Vereins im August in der Elbphilharmonie. (tes/ge)

Bildungsprojekte

Das Wort „climb“ steht für „clever lernen, immer motiviert bleiben“. Dieser Verein organisiert Ferien für sozial benachteiligte Schüler mithilfe von „Kinder helfen Kindern e. V.“ und weckt bei ihnen spielerisch die Lust auf Schule und Bildung. Ebenso ermöglichten wir einer Schülergruppe des Helmut-Schmidt-Gymnasiums, am Bildungsfestival 2017 in Essen teilzunehmen.

Wir finanzierten zudem das MUT-Camp mit Schülern aus Brennpunkten in Hamburg. Dieses Seminar für Schüler des 9. und 10. Jahrgangs bereitet sie auf die mündlichen Prüfungen für den ersten Schulabschluss vor.

Der Verein Joblinge unterstützt junge Leute mit schwierigen Startbedingungen beim Einstieg in Ausbildung und Arbeit. Ein Jahresstipendium übernahm unser Verein. Seit etlichen Jahren unterstützen wir dieses Projekt schon. Wir bezuschussten zudem den Verein Fu­turepreneur, bei dem Jugendliche eine Geschäftsidee entwickelten und am Ende echten Kunden ihre Ideen vorstellten. Das Fazit von Louisa (14): „Man kann alles erreichen, wenn man an sich glaubt.“

Lebenshilfe

„Unsere Waschmaschine ist kaputt“, „Ich brauche dringend eine neue Matratze“, „Mein Herd ist defekt“, „Mein Bett ist auseinandergefallen“, „Das Sofa ist völlig durchgesessen“ – von ihrem geringen Einkommen, können die meisten Hartz-IV-Empfänger und Rentner sich keine notwendigen Anschaffungen leisten. Viele schrieben deswegen an die Abendblatt-Hilfsinitiative „Von Mensch zu Mensch“ und baten um Hilfe. Oft spielte Scham eine große Rolle, sodass die Menschen sich erst an uns wandten, als die Gebrauchsgegenstände komplett unbrauchbar waren und sie keine andere Möglichkeit mehr sahen, sich zu helfen. Wir bezuschussten ebenso Brillen, Medikamente und andere Hilfsmittel, die von den Krankenkassen nicht übernommen wurden. Auch finanzierten wir Ausflüge und Kurzreisen für bedürftige Seniorengruppen, Familien und psychisch Kranke. Dies sorgte für Freude und Abwechslung vom Alltag.

Bei jedem von uns unterstützten Einzelfall prüfen wir die Bedürftigkeit anhand von Einkommensnachweisen. Viele der Betroffenen traten über eine Beratungsstelle an uns heran.

Lesen und Schreiben

„Wehret den Anfängen“, getreu diesem Motto half der Verein „Kinder helfen Kindern“ sechs Grundschülern, die unter einer Rechen- und Lese-/Schreibschwäche leiden, mit entsprechenden Lerntherapien. Es ist notwendig, diesen Störungen frühzeitig mit geeigneten Maßnahmen entgegenzuwirken, damit sich die Schwächen nicht in Konzentrationsschwierigkeiten, Schul- und Prüfungsängstlichkeit manifestieren.

Der Verein unterstützt als einer der Hauptförderer die Hamburger Märchentage im November und den dazu gehörenden Märchen-Schreibwettbewerb der fünften und sechsten Klassen – das Siegermärchen wird immer von einem Kind bei unserer Abendblatt-Benefiz-Veranstaltung „Märchen im Michel“ vorgelesen. Wir geben Zuschüsse für den Verein Leseleo, bei dem Lesepaten gemeinsam mit Kindern lesen. Genauso unterstützten wir das Projekt Büchertürme der Kinderbuchautorin Ursel Scheffler, bei dem Grundschulkinder gelesene Bücher zu hohen Türmen stapeln. Auch die Wilhelmsburger Lesewoche „Die Insel liest“ wird vom Abendblatt-Verein gefördert. (ge/tes)

Behinderungen

Familien mit behinderten Kindern sind vielfach belastet. Viele müssen ihr Haus oder die Wohnung barrierefrei umbauen, manche geben Geld aus für zusätzliche Therapien und Pflegekräfte, die nicht alle von der Krankenkasse übernommen werden.

Da reicht das Einkommen oft nicht für einen behindertengerechten Pkw, der die notwendige Mobilität gewährleistet, um die häufig schwerstbehinderten Kinder zum Arzt, zu den Therapien oder in die Schule zu fahren. Der Verein „Kinder helfen Kindern“ bezuschusste behindertengerechte Autos für insgesamt sechs Hamburger Familien und verschaffte ihnen damit ein Stück Freiheit. „Für uns Eltern ist es eine absolute Erleichterung und wir können jetzt Henrys Elektrorollstuhl überallhin mitnehmen“, schrieb uns Familie Fritsch-Timm dankbar.

Für ein junges Mädchen mit Down-Syndrom finanzierte der Abendblatt-Verein gemeinsam mit der PSD Bank Nord ein Liege-Dreirad, ein sogenanntes Trike, mit dem die Jugendliche sich selbstständig fortbewegen kann. Eine Entlastung auch für ihre Mutter. (ge)

Sportprojekte

Dieses Jahr unterstützten wir erneut das Hamburger Kinder- und Jugendzirkusfestival. In zwei Galavorstellungen begeisterten die kleinen Akteure mit Akrobatik, Jonglage und Zaubereinlagen das Publikum. Mit dabei waren neun Hamburger Zirkusse. „Kinder helfen Kindern e. V.“ finanzierte zudem eine mobile Basketball-Korbanlage für die St. Pauli Bats. Dieser Verein holt sozial benachteiligte Kinder von der Straße. Wir ermöglichten zudem 22 Kindern Schwimmunterricht bis zur „Seepferdchen“-Prüfung – in Kooperation mit Bäderland und der Ehlerding Stiftung.

Rund 9300 Kinder und Jugendliche wurden von der Gemeinschaftsaktion „Kids in die Clubs“ der Hamburger Sportjugend, der Sportbehörde und des Abendblatts bei den Vereinsbeiträgen unterstützt. Durch eine Spende des Abendblatt-Vereins konnten die behinderten Schüler der Schule An Boerns Soll an den „Landesspielen Special Olympics“ in Hildesheim teilnehmen – sehr erfolgreich. Mehreren Mädchen ermöglichten wir Tanzunterricht, seit Jahren unterstützen wir die Bewegungskita Maimouna. (ge)

Möbelkiste

Die Möbelkiste Hamburg ist eine Initiative der Hamburger Kinder- und Jugendhilfe. Unkompliziert und fachmännisch helfen Volker Stauder und Patrick Jatsch beim Aussuchen, Liefern und Aufbauen von Sofas, Schränken, Betten, Matratzen, Gardinen und vielem mehr. Jeder Flüchtling, Rentner, Student, Auszubildende, Schüler mit kleinem Einkommen oder Hartz-IV-Empfänger darf hier günstig einkaufen, sofern die entsprechende Bescheinigung vorgelegt wird. Ein schwedisches Möbelhaus liefert fast täglich neuwertige Rückläufer und aus dem Sortiment ausgegliederte Stücke an die Möbelkiste in Barmbek, das als soziales Projekt Langzeitarbeitslose beschäftigt.

Die beiden Abendblatt-Hilfsinitiativen „Kinder helfen Kindern e. V.“ und „Von Mensch zu Mensch“ halfen rund 50 bedürftigen Familien – vor allem alleinerziehenden Müttern –, Jugendlichen, psychisch Kranken und Senioren mit mehr als 200 Einrichtungsgegenständen und Wohnaccessoires. Besonders benötigt wurden Betten, Lattenroste, Matratzen, Sofas, Kinderschreibtische- und Schränke.

Reisen

Es gibt viele Wohngruppen in Hamburg von diversen Jugendhilfe-Organisationen, in denen Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Gründen leben. Sie haben oft eine traumatisierende Zeit hinter sich, sei es durch Vernachlässigung oder Gewalt in der Familie oder durch Flucht vor Terror. Viele dieser Gruppen wünschten sich eine kleine Ferienreise ans Meer oder in nahe gelegene Erholungsgebiete, wo die jungen Menschen unbeschwerte Tage miteinander verbringen konnten.

Sie surften, spielten, tobten und kochten zusammen, machten Spaziergänge im Watt oder Wald. „Kinder helfen Kindern“ bezuschusste knapp 40 dieser Auszeiten – auch für Familien – und ermöglichte allen Teilnehmern Ferientage, an die sie sich noch lange erinnern werden.

Genauso bezuschusste die Abendblatt-Initiative „Von Mensch zu Mensch“ für verschiedene Senioren- und Erwachsenengruppen kurze Reisen und Ausflüge, um auch denjenigen zu helfen, die sich wegen ihres geringen Einkommens keinen Urlaub leisten können. (ge/hwa)

Therapien

Durch Petö-Therapien lernen bei der Geburt hirngeschädigte Jungen und Mädchen das Laufen, und zwar „Schritt für Schritt“. So nennt sich auch der Verein, der diese besondere aus Ungarn stammende Therapie anbietet. Sie ist teuer, aber sehr effizient – und wird leider von der Eingliederungshilfe nur in Ausnahmefällen bezahlt. „Kinder helfen Kindern e. V.“ bezuschusste diese Hilfestellung für drei Kinder. Allerdings bezahlen wir maximal eine Petö-Therapie pro Kind pro Jahr.

Für behinderte und traumatisierte Kinder finanzierten wir zudem Hippotherapien für insgesamt sieben Kinder. So unterstützten wir 2017 zum Beispiel ein Mädchen, das seinen Bruder durch einen Badeunfall verloren hat und stark traumatisiert ist. Schwerstbehinderte Schüler der Schule Nymphenweg erlebten auf dem Rücken der Pferde muskelentspannende Stunden. Die entstehenden Impulse dieser Therapie trainieren zudem Haltungs-, Gleichgewichts- und Stützreaktionen. Die Hippotherapie ist eine Art Krankengymnastik, sie wird jedoch nicht von den Krankenkassen bezahlt. (ge)

Spendenaktionen zugunsten des Abendblatt-Vereins

In diesem Jahr hatten wir wieder schöne Spendenaktionen zugunsten des Abendblatt-Vereins. Sie ermöglichen uns, gezielt bedürftige Familien und Projekte in der Stadt zu unterstützen: Im April gab es das Chor-Konzert „Kinder singen für Kinder“, veranstaltet vom Lions Club Hamburg-Hoheneichen, Young ClassX und dem Abendblatt. Im gleichen Monat organisierte der Lions Club Hamburg-Uhlenhorst ein Benefiz-Konzert mit LaLeLu. Im Mai fand die Wichert Classic Oldtimer Rallye statt. Mehr als 24.000 Menschen nahmen am 1. Juli beim HSH Nordbank Run durch die HafenCity für die Aktion „Kids in die Clubs“ teil. Im August gab es die Musikgala „Showtime 2017“ in der Elbphilharmonie und im September ein BenefizKonzert mit Albert Hammond in der Laeiszhalle, veranstaltet von den Hege Helping Hands. Mitte September organisierte der Kiwanis Club wieder das „Drachenbootrennen“ auf der Alster. Und im Dezember gab es die Abendblatt-Benefiz-Veranstaltung „Märchen im Michel“. Fast 20.000 Euro sammelte unser ­Vereinsbotschafter Christian Berg bei seinen Musical-Aufführungen. (tes)