Hilfe für bedürftige Menschen in Hamburg
Der Verein Hamburger Abendblatt hilft mit seinen Initiativen "Kinder helfen Kindern“ und „Von Mensch zu Mensch“ unterstützt sozial Schwache, Kranke und Behinderte in der Metropolregion Lesen Sie mehr »
Spendenaktion

Urlaubsmünzen spenden: Schenken Sie Kindern Ferienfreude

Gruppenreise einer Altonaer Jugendwohngruppe an die Ostsee- mit Unterstützung vom Abendblatt-Verein

Gruppenreise einer Altonaer Jugendwohngruppe an die Ostsee- mit Unterstützung vom Abendblatt-Verein

Foto: Isabel Bielenberg

Die Haspa und der Abendblatt-Verein starten Aktion, um bedürftigen Kindern Ferien zu ermöglichen. In allen Filialen gibt es Sammelboxen.

Es sind kleine Erlebnisse, die für Kinder einen wunderbaren Urlaub ausmachen können. Für Melanie, die von der Hamburger Kinder- und Jugendhilfe betreut wird, war das schönste Erlebnis, „dass ich das erste Mal im Meer schwimmen war“, und Jennifer fand die „Abende, bei denen wir alle zusammen Spiele gespielt haben“, einfach wundervoll. Die acht Mädchen haben zusammen mit zwei Betreuerinnen sechs Tage im Sommer in St. Peter-Ording verbracht, und für einen Teil der Jugendlichen war es die erste Reise, das erste Mal Strand, die erste Erfahrung ohne Eltern, das erste Mal in einem Restaurant.

Urlaub ist nicht selbstverständlich, zumindest für viele Kinder und Jugendliche in Hamburg, deren Eltern bedürftig sind. Sie fahren nie weg, das Geld dafür fehlt. Aber dem Alltag entfliehen, einfach mal Neues erleben, das Salz des Meeres schmecken oder Bergluft atmen – das sollten alle Kinder mal erlebt haben. Der Verein „Hamburger Abendblatt hilft“ ermöglicht bedürftigen Kindern und Jugendlichen Ferien – in unterschiedlichster Form im Ferienlager, als Gruppenerlebnis oder im Austausch mit anderen Schulen. Gerade jetzt am Anfang des Jahres kommen die Anträge von Sportvereinen, Schulen, Jugendeinrichtungen und Stadtteilprojekten, die um eine finanzielle Unterstützung für ihre Schützlinge bitten.

Um so vielen bedürftigen, kranken oder behinderten Kindern und Jugendlichen wie möglich Urlaub zu ermöglichen, startet die Haspa gemeinsam mit dem Abendblatt-Verein und seiner Initiative „Kinder helfen Kindern“ eine große Kampagne unter dem Motto: „Urlaubs-Helden gesucht!“.

Die Haspa sammelt bereits seit 1979 Urlaubsmünzen in ihren Filialen

Bereits seit 1979 stehen in den Haspa-Filialen für die Kunden Sammelboxen für Urlaubsmünzen und Scheine bereit, die die Sparkasse zugunsten des Abendblatt-Vereins sammelt. Ab diesem Jahr verknüpfen wir damit das Ziel, dieses Geld speziell für Ferien bedürftiger Hamburger Kinder einzusetzen.

„Mit den Urlaubsmünzen können wir bedürftigen Kindern aus Hamburg eine Reise ermöglichen und ihnen so ein bisschen Lebensfreude schenken“, so Haspa-Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang. „Mein Dank gilt allen Hamburgern, die nach einem schönen Urlaub auch anderen ein wenig Glück spenden wollen. Ob ausländische Urlaubsmünzen, Euromünzen oder auch Scheine – viele kleine Beträge ergeben zusammen eine große Summe, um viel Gutes zu tun.“

Für viele Kinder die erste Reise ihres Lebens

Eine Institution, die beim Abendblatt-Verein zum Beispiel Anträge stellt, ist die Hamburger Kinder- und Jugendhilfe. Wer in einer ihrer zahlreichen Jugendwohnungen, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind, unterkommt, kann in seiner Herkunftsfamilie nicht mehr leben oder ist als minderjähriger Flüchtling in die Hansestadt gekommen. Viele der 15- bis 21-Jährigen sind sehr belastet, hatten eine traumatische Kindheit oder eine schreckliche Fluchterfahrung.

In den Wohnungen erhalten sie durch ihre Betreuer eine Struktur und Unterstützung, gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung, aber genauso sind Spaß und Freizeitaktivitäten wichtig für die Jungen und Mädchen. Und dazu gehört auch eine jährliche Ferienreise, in der die Jugendlichen einmal Abstand vom Alltag nehmen können und die der Abendblatt-Verein und die Haspa den Gruppen gern weiterhin ermöglichen möchten. Es sind keine spektakulären Ferien, sondern meist einwöchige Sommerurlaube an der Ost- oder Nordsee oder im Harz.

Die Gruppen schicken Postkarten und Dankesbriefe

„Es spricht sich unter den Jugendlichen rum, dass die Reisezeit zu der besten Zeit im Jahr gehört. Sie können sich in den paar Tagen besser kennenlernen, um den Gruppenzusammenhalt zu festigen, für viele ist es die erste Reise überhaupt, sie ist wichtig für ihre Persönlichkeitsentwicklung“, berichten die Betreuer der Jugendwohnung Groß Borstel. Sie waren mit drei Mädchen und vier Jungen im Sommer 2019 an der Schlei.

Schon während des Urlaubs erhielt die Abendblatt-Redaktion eine Postkarte der Gruppe und danach einen ausführliche Bericht, der einen wunderbaren Einblick in die Erlebnisse der Jugendlichen ermöglicht – fast alle Jugendgruppen schreiben danach persönliche Dankesbriefe, schicken Fotos oder Tagebücher.

Klettern, Reiten und Minigolf spielen steht auf dem Ferienprogramm

„Wir haben viel erlebt, waren klettern, reiten und Minigolf spielen. Abends genießen wir die Gemeinsamkeit“, schrieb die Gruppe von der Schlei. „Das Haus stand in einem Ort, in dem mehr Kühe und Pferde als Menschen leben, ein großer Unterschied zu der gewohnten Umgebung.“

Eine kleine Palme ziert die Karte, die Larissa gemeinsam mit den anderen Jugendlichen der Jugendwohnung Eimsbüttel nach ihrer Reise an die Nordsee an die Mensch-Redaktion geschrieben hat. „Der Urlaub war ein ganz besonderes Erlebnis für mich, welches ich nie vergessen werde. Vielen Dank, dass Sie mir das ermöglicht haben.“

Auch einzelne Kinder können Anträge für einen Urlaub stellen

Die Anträge selber sind manchmal sehr originell gestaltet. So wünschten sich die Grundschüler der Schule Heidstücken neben ihrer Klassenreise eine zusätzliche Bootsfahrt zu den Sandbänken vor Hallig Hooge. Jeder Schüler schrieb dazu einen Brief und malte ein Bild – Salih zeichnete eine Insel mit Palmen, Krebsen, andere malten Rutschen, Sonnenstrahlen und Boote. Nach dem Ausflug kam wieder ein Paket voller gemalter Bilder und Dankesschreiben der Dritt- und Viertklässler. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Lehrer die finanzielle Unterstützung nicht für selbstverständlich nehmen, sondern sich mit den Kindern Gedanken machen, wie sie wertschätzen können.

Der Abendblatt-Verein ermöglicht zudem einzelnen Kindern aus einkommensschwachen Familien, ins Jugendzeltlager in Behrensdorf (Ostsee) zu fahren, das vom Sportverein TSG Bergedorf organisiert wird, oder bei einem Törn auf dem Segelschiff „Fortuna“ dabei zu sein.

Skireisen für Kinder mit Behinderung und Israel-Austausch

Ein besonderer Urlaub ist auch die jährliche Alpin-Skireise von drei Hamburger Schulen für Körperbehinderte, die dieses Jahr Anfang Februar stattfand. Zwölf schwer behinderte Kinder lernen das Skifahren mit speziellen Monoski, werden dabei jeweils von einer Begleitperson unterstützt. „Das Motto der Reise ist ,Mut tut gut‘ und soll den Kindern vermitteln, dass sie trotz ihrer schweren Behinderung sehr viel für sich erreichen können“, sagt Uwe Vanselow. Der Sonderschullehrer an der Schule Elfenwiese koordiniert die Reise.

Wichtig ist auch, den Austausch der Kulturen und den Abbau von Vorurteilen zu fördern. So ermöglichte der Verein Schülern der Stadtteilschule Öjendorf oder der Klosterschule aus St. Georg zum Beispiel, nach Israel zu fahren.

Die Schüler sahen neben Tel Aviv auch das Holocaust-Museum Yad Vashem und waren davon tief berührt. „Wir gehen als Botschafter zurück an unsere Schule und werden über das Erlebte sprechen“, so eine der Schülerinnen aus Billstedt, die 2019 mit auf die Israel-Reise durften.