Grünschutz

Nabu Hamburg räumt Fehler bei Volksinitiative ein

Alexander Porschke, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Hamburg.

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Alexander Porschke, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Hamburg.

Zahlen zum Grünschwund sind nicht belastbar. Nabu strebt einen Volksentscheid parallel zur Bürgerschaftswahl 2020 an.

Hamburg. Der Naturschutzbund (Nabu) Hamburg hat eingeräumt, im Zuge seiner Volksinitiative zum Grünschutz falsche Zahlen zum Grünverlust verwendet zu haben. Zuvor hatte die "Zeit" über Schwächen der vom Nabu verwendeten Zahlen berichtet. Auch das Abendblatt hatte noch vorher bereits auf die Unsicherheit der Datengrundlage aufmerksam gemacht. Denn die Umweltbehörde, von der die Daten zum Grünschwund stammen, hatte selbst auf Probleme bei der Erfassungsmethodik hingewiesen.

"Die Kritik an der Verwendung der behördlichen Zahlen zur Siedlungs- und Verkehrsflächenentwicklung ist leider berechtigter, als es uns bisher klar gewesen ist", sagte der Hamburger Nabu-Chef Alexander Porschke. "Hinweise aus unserem Haus auf die Schwäche der Datenbasis hatten wir in ihrer Tragweite nicht ausreichend berücksichtigt. Das tut uns leid und für damit in Zusammenhang stehende Irritationen bitten wir um Entschuldigung." Die Aussage, dass seit 2001 die Siedlungs- und Verkehrsflächen im Durchschnitt 186 Hektar pro Jahr zugenommen haben, werde der Nabu daher nicht aufrechterhalten.

Mit seiner am 30. November gestarteten Volksinitiative will der Nabu den Senat drängen, trotz massiven Wohnungsbaus "darauf hinzuwirken, den Anteil des Grüns in Hamburg zu erhalten". Der Nabu strebt einen Volksentscheid parallel zur Bürgerschaftswahl 2020 an.

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