Mensch

Projekt will Flüchtlingskindern Zugang zur Gesellschaft ebnen

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Mit einem Mentor an ihrer Seite sollen 40 Flüchtlingskinder an der Europaschule Hamm einen besseren Start in ihrer neuen Heimat haben. Die Schülerinnen und Schüler im Alter von elf bis 17 Jahren besuchen eine der fünf Internationalen Vorbereitungsklassen des Gymnasiums Hamm. Sie lernen ein Jahr lang vor allem erst einmal Deutsch und werden in der Regelklasse mit den übrigen Hamburger Schülern ein weiteres Jahr zusätzlich im Bereich Deutsch als Zweitsprache gefördert.

Lehramtsstudenten der Universität Hamburg stehen den Jugendlichen aus Syrien, Afghanistan und anderen als unsicher geltenden Herkunftsstaaten zur Seite – sie begleiten sie individuell vier Stunden pro Woche. Die Studierenden können auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingehen und schauen, wo es hakt und wo es schon gut läuft. Bei diesen Begegnungen steht aber nicht nur das Lernen in der Schule im Mittelpunkt. Die Mädchen und Jungen sollen auch mehr über Hamburg erfahren, damit sie ein Gefühl dafür entwickeln, in welchem Land und in welcher Stadt sie leben.

„Es geht auch darum, ihnen die Kultur näherzubringen“, sagt Tatiana Matthiesen von der Zeit-Stiftung. Die Stiftung finanziert das Projekt zunächst für zwei Jahre mit 120.000 Euro. Das Engagement für Flüchtlingskinder am Gymnasium in Hamm ist Teil des Programms „Weichenstellung“. Es unterstützt Flüchtlingskinder im Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule auch in anderen Bundesländern ganz ähnlich, und das bereits im dritten Jahr. Mit Erfolg: 86 Prozent dieser Kinder bekommen am Ende der Grundschulzeit eine Gymnasialempfehlung. „Die Flüchtlingssituation geht uns alle an. Integration ist enorm wichtig. Es geht uns um die sprachliche und persönliche Entwicklung der jungen Zugewanderten. Sie gehören zu uns, wenn sie sich die neue Schulwirklichkeit erschließen“, erklärt Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der Zeit-Stiftung, das Schülerförderprojekt. Der Zugang zur Schule ebne auch den Zugang zu unserer Gesellschaft. In der Hansestadt startet die Unterstützung von Studenten für Flüchtlingskinder nach den Herbstferien. „Diese Tandems stehen in engem Kontakt mit dem Elternhaus der Kinder, ohne sie geht es ja auch gar nicht“, sagt Tatiana Matthiesen.

( gen )