SH-Liga

Fußballer des SV Eichede starten mit drei Minuspunkten

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Arne Bachmann

Es ist ein Schock für den Stormarner Verein: Der Kreisfußballverband erkennt einen Eicheder Schiedsrichter nicht an – und reagiert mit Punktabzug gegen die Schleswig-Holstein-Liga-Mannschaft.

Steinburg. Schock für die Fußballer des SV Eichede: Wie das Hamburger Abendblatt am Mittwochnachmittag erfuhr, startet der Verein mit drei Minuspunkten in die an diesem Wochenende beginnende Schleswig-Holstein-Liga-Saison. Grund ist, dass der SVE einen Schiedsrichter zu wenig stellt. Jörg Lembke, Vorsitzender des Kreisfußballverbands (KFV), sagte der Regionalausgabe Stormarn exklusiv: „Einer der vom SV Eichede gemeldeten Schiedsrichter ist zum Studieren nach Süddeutschland gezogen und daher nicht einsatzfähig. Deswegen hat der Schiedsrichter-Ausschuss ihn nicht anerkannt.“ Auch andere Stormarner Vereine gehen mit Minuspunkten in die Saison (siehe Link).

Vereinspräsident Olaf Gehrken kündigte gegenüber dieser Zeitung spontan Widerspruch an. Er sagte: „Wir haben zwölf Schiedsrichter, die gewertet werden müssten.“ Zehn gemeldete und vom Verband anerkannte Unparteiische würden dem Verein ausreichen, um eine Strafe zu vermeiden.

Seit drei Jahren besagt Paragraf 9 der Spielordnung, dass die Vereine mit Geldstrafen und im Wiederholungsfalle mit Punktabzügen für die in der höchsten Liga gemeldete Mannschaft belegt werden können, wenn sie die geforderte Zahl an Schiedsrichtermeldungen nicht erfüllen. Diese Zahl orientiert sich daran, wie viele Mannschaften der jeweilige Verein gemeldet hat. Damit soll dem Schiedsrichterschwund entgegengewirkt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der SVE zu wenig Unparteiische gestellt, war aber mit einer Geldstrafe davongekommen.

Unabhängig vom Ausgang des angekündigten Protests: Nach einem Jahr Regionalliga Nord kehrt der SVE mit dem Spiel beim TSV Altenholz (diesen Sonnabend, 14 Uhr, Klausdorfer Straße) zurück in die Schleswig-Holstein-Liga. Einen Platz unter den ersten drei strebe man an, sagte Trainer Oliver Zapel – obwohl ein Großteil der Meistermannschaft von 2013 noch da ist und obwohl diese Spieler in der vierthöchsten Klasse Deutschlands trotz des Abstiegs gewachsen sind. „Nur weil wir uns in der Regionalliga weiterentwickelt haben, werden die Gegner nicht vor Ehrfurcht erstarren“, so Zapel.

Dass der Coach schon vor zwei Jahren bei einer offiziell eher defensiven Zielvorgabe insgeheim nichts als den Aufstieg wollte, gab er später zu – trotzdem tut der Verein auch diesmal gut daran, den Erwartungsdruck gering zu halten – nicht nur wegen der Bürde von drei Minuspunkten. Denn einige Abgänge wiegen schwer. Die Dynamik und Spielfreude eines Fousseni Alassani, der noch keinen neuen Verein gefunden hat, aber auf der Kaderliste des SVE mit dem Vermerk „Verbleib offen“ bereits als Abgang gelistet ist, wird der Offensive der Steinburger erheblich fehlen. Auch Innenverteidiger Malik Issahaku und Mittelstürmer Haris Huseni, der bei seinem Debüt für Regionalligist Eintracht Braunschweig II am vergangenen Wochenende gleich traf, konnten (noch) nicht adäquat ersetzt werden. Ganz zufrieden kann der SVE mit dem Verlauf der Transferperiode nicht sein. „Wir werden von vielen potenziellen Neuzugängen weiterhin als Regionalligaclub bewertet, was dann mit entsprechenden Forderungen verbunden ist“, sagte Zapel. „Wir können aber nicht mit monetären, sondern ausschließlich mit sportlichen Mitteln locken.“ Das Computerunternehmen Acer etwa sprang nach dem Abstieg als Trikotsponsor ab, die Brust der „Bravehearts“ ist wieder frei und der Etat dadurch schlanker. „Es wird Zeit, dass wir uns im Bereich Marketing professionalisieren“, forderte Zapel. „Dort haben wir vielleicht sogar die meiste Luft nach oben.“

Als die härtesten Konkurrenten um einen Spitzenplatz sieht Zapel Holstein Kiel II, TSV Schilksee, SV Todesfelde, Eutin 08 und TSV Altenholz an. Die Stormarner haben demnach ein hartes Auftaktprogramm erwischt. In Altenholz, wo neben dem verletzten Petrik Krajinovic auch Simon Koops (beruflich verhindert) fehlt, erwarte den SVE eines der schwersten Auswärtsspiele der Saison, so der Trainer. Unter der Woche kommt Eutin 08, das unter Zapels Vorgänger Hans-Friedrich Brunner den Durchmarsch aus der Kreisliga schaffte und sich erneut personell verstärkt hat. Am Sonntag darauf ist dann der TSV Schilksee zu Gast. Der Vorjahresaufsteiger bediente sich in dieser Transferperiode gleich fünfmal beim Lokalrivalen Holstein Kiel II.

Zuerst aber gibt es für den SV Eichede einen Schock zu verdauen.

Das letzte Testspiel vor dem Saisonstart gewann der SVE mit 7:1 gegen die SG Aufbau Boizenburg. Die Treffer erzielten neben einem Eigentor Nico Fischer (2), Arnold Lechler, Vincent Janelt, Marco Schubring und Torge Maltzahn.