Renovierte Synagoge in Eimsbüttel wieder eingeweiht

Nach zweijähriger Bauzeit ist die Hamburger Synagoge am Dienstag wieder eröffnet worden. Es sei ein Gewinn für Hamburg, dass jüdische Religion und Kultur in der Stadt immer lebendiger werde, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) beim Durchschneiden des Bandes. Insgesamt wurden rund 1,5 Millionen Euro investiert. Davon stammt eine Million Euro aus der Hermann Reemtsma Stiftung. An dem Festakt nahmen auch Innensenator Michael Neumann (SPD) und der Hamburger Landesrabbiner Shlomo Bistritzky teil.

„Wir freuen uns sehr, dass die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Hamburg nun endlich wieder einen Treffpunkt und einen Platz zum Beten haben, mit dem sie sich identifizieren können“, sagte Roy Naor aus dem Gemeindevorstand. Nun sei die Synagoge, die übrigens als einzige in Hamburg als Gebetshaus genutzt wird, wieder ein Ort, an den die Gemeindemitglieder gerne kämen.

Die Grundsanierung war notwendig geworden, weil das Gebäude von Wasserschäden bedroht war. So mussten vor allem der Keller, das Dach und die Fenster repariert werden. Der Gottesdienstraum wurde freundlicher und heller gestaltet. Erneuert wurde auch der historische Leuchter aus der ehemaligen Gemeinde Altona. Die knapp 400 gepolsterten Stühle wurden eigens in Israel gefertigt. Die ehemalige „kleine Synagoge“ ist jetzt ein „Haus des Lernens“. Die Erneuerung der farbenprächtigen Fenster soll in den nächsten zwei Jahren folgen. Dafür müsse die Gemeinde noch Geld sammeln. Die Stadt hat bereits eine Unterstützung von 400.000 Euro zugesagt. Die Hamburger Gemeinde hat knapp 3.000 Mitglieder. Die Synagoge – ein fünfeckiger Bau – wurde 1960 eingeweiht.

Seit Anfang der 90er-Jahre wird sie von der Polizei bewacht. Der Straßenabschnitt Hohe Weide ist aus Sorge vor Anschlägen für den Autoverkehr gesperrt.