Bauprojekt Hamburg

Jenfelder Protest wirkt: Ein Haus weniger am Bekkamp

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Axel Ritscher
In Hamburg-Jenfeld soll neben einem zehngeschossigen Hochhaus drei Gebäude mit fünf, sechs und sieben Geschossen und insgesamt 55 Wohnungen entstehen. Das ärgert viele Nachbarn (Symbolbild).

In Hamburg-Jenfeld soll neben einem zehngeschossigen Hochhaus drei Gebäude mit fünf, sechs und sieben Geschossen und insgesamt 55 Wohnungen entstehen. Das ärgert viele Nachbarn (Symbolbild).

Foto: picture alliance / Rupert Oberhäuser

Nach massivem Widerstand gibt es mehr Grün und weniger Sozialmieter. Trotzdem bleibt die Gesamtwohnfläche fast gleich.

Hamburg. Entwarnung am Jenfelder Bekkamp? Im laufenden Bebauungsplanverfahren haben Investor und Verwaltung auf die scharfe Kritik der Anwohner in Hamburg reagiert und ihr Konzept überarbeitet. Nach der neuen Vorlage für den Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek sollen jetzt statt der geplanten drei nur noch zwei neue Gebäude entstehen.

Ursprünglich waren auf den Freiflächen neben dem zehngeschossigen Hochhaus Bekkamp 19 drei Gebäude mit fünf, sechs und sieben Geschossen für insgesamt 55 Wohnungen vorgesehen. Dagegen hatten Anwohner und die Stadtteilkonferenz massiv protestiert und die Nachverdichtung als „rücksichtslos“ gebrandmarkt (wir berichteten). Grünvernichtung, Verschattung, Parkplatznot und Zuspitzung der sozialen Probleme eines armen Stadtteils durch den Bau weiterer Sozialwohnungen lauteten die Kritikpunkte.

Jetzt soll es ein Gebäude weniger werden. Vom Bekkamp 19 aus kann man dann auch weiterhin Richtung Nordwest ins Grüne gucken. Doch dafür sollen die beiden verbliebenen Neubauten wachsen. Sowohl in die Breite (beide Gebäude) als auch in die Höhe (im Neubau westlich des Bekkamp 19 wird eine Etage auf dann acht Geschosse draufgesattelt).

Jenfelder Bekkamp: Jetzt größere Wohnungen

Die Gesamtwohnfläche schrumpft deshalb nur geringfügig. Die Zahl der Wohnungen sinkt zwar von 55 auf 48, aber die Wohnungen werden größer. Der Schwerpunkt liegt jetzt auf 3,5 bis 5 Zimmern, also familiengerechten Formaten. Die Umplanung rettet die Wiese mit dem großen Silberahorn, verkleinert aber dafür die Tiefgarage, die den Baumwurzeln Raum lassen muss. Der SPD-Fachsprecher Stadtplanung, Xavier Wasner, wies darauf hin, dass die bestehende Tiefgarage 30 Prozent Leerstand aufweise.

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Die beiden verbliebenen Neubauten der modifizierten Planung setzen beide auf der Tiefgarage auf, sodass keine weitere Fläche versiegelt wird. Die 30 Prozent geförderter Wohnungen bleiben, aber die Planer haben vom ersten auf den zweiten Förderweg mit höheren Einkommensgrenzen umgeändert.

Gernot Ahrens von der Jenfelder Stadtteilkonferenz sprach von einer „positiven Abänderung des Entwurfs. Ob das aber ausreichend ist, muss die Stadtteilkonferenz erst noch diskutieren.“ Die offiziellen Unterlagen seien noch nicht angekommen. Ahrens wies aber darauf hin, dass die immer noch sehr umfängliche Nachverdichtung grundsätzlich problematisch bleibe, weil sie in einem Hochhausgebiet stattfinde und also naturgemäß auf eine hohe Bevölkerungsdichte treffe.

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