Wandsbek

Knapp 200 neue Wohnungen an Wandsbeker Allee

Auf der Brachfläche Ecke Kattunbleiche sollen Wohnungen und Gewerbe entstehen. Opposition hält die Lage jedoch für ungeeignet.

Hamburg. An der Wandsbeker Allee Ecke Kattunbleiche sollen bis zu 190 neue Wohnungen entstehen. Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Bezirks und das alte Bürgerhaus stehen dort seit mehreren Jahren leer. Das rund 100 mal 60 Meter große Gelände liegt bis hin zum Grünzug am Fluss Wandse brach.

In zwei Varianten schlägt die Finanzbehörde eine vier- bis sechsgeschossige Bebauung der Fläche mit entweder 190 oder 160 Wohneinheiten sowie Gewerbeflächen in den Erdgeschossen entlang der Wandsbeker Allee vor. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung wurden kürzlich die Entwürfe vorgestellt. Diese waren im Rahmen eines von der Finanzbehörde durchgeführten Ideenträgerwettbewerbs entstanden. Das Grundstück - direkt neben einem Baustoffhandel und an der vielbefahrenen Wandsbeker Allee gelegen - erweist sich nach Angaben des Bezirksamts als Herausforderung.

Als problematisch stuft die CDU-Fraktion die Lage ein: „Die Lärmbelästigung durch die Straße auf der einen Seite und den Großbetrieb auf der anderen dürfte die Wohnqualität erheblich mindern“, befürchtet der Fraktionsvorsitzende Philip Buse. Seine Partei hätte die Fläche lieber für Gewerbe genutzt. „In beiden Fällen könnten die Gebäude so angeordnet werden, dass es keine Probleme gibt. Aber bei Wohnungen, die nur von Gewerbe umgeben sind, ist Nachbarschaftsstreit vorprogrammiert“, sagt Buse.

Das sieht Rainer Schünemann, Geschäftsführer der SPD-Fraktion und Fachsprecher für Stadtplanung, anders. „Die Wohnhausentwürfe gehen auf die Situation ein, beide Varianten sehen ruhige Wohnhöfe vor, außerdem ist mittelfristig die Verlagerung des Baustoffhandels geplant“, sagt Schünemann. Für ihn steht fest: „Es wird keine Lärmprobleme geben.“ Ein Gutachten solle das in Kürze bestätigen.

Eine Bebauung wäre laut Bezirksamt in jeweils zwei Bauabschnitten realisierbar. Zwischen den beiden Bauabschnitten ist eine öffentliche Wegeverbindung mit Anschluss an den Wandse-Grünzug durch eine Brücke vorgesehen. „Ziel ist es, das seit Jahren brach liegende, große Gelände, wiederzubeleben“, sagt Schünemann. „Der Stadtteil erhält zum einen dringend benötigten Wohnraum, zum anderen wird der Wanderweg entlang der Wandse aufgewertet.“

Bislang befindet sich das Verfahren um den Bebauungsplan namens „Wandsbek 80“ am Anfang. Wie das Bezirksamt mitteilt, befasst sich der Planungsausschuss voraussichtlich am 6. November mit den Entwürfen. Einwände seitens der Bürger habe es bei der öffentlichen Diskussion nicht gegeben.