Hamburg

Steinhagenweg: Eine neue Straße für Rahlstedt

Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (SPD) weihte die Straße am Großlohering in Rahlstedt zu Ehren des bedeutenden Hamburger Künstlers ein.

Rahlstedt. Ole Thorben Buschhüter war auf dem Heimweg einer Bürgerschaftssitzung, als ihm plötzlich die Idee kam. Die neue Straße am Großlohering in Rahlstedt, an der eine Wohnanlage mit 25 Wohneinheiten entsteht, soll einen eigenen Namen erhalten. Lange nachdenken musste der SPD-Fraktionspolitiker über den Namensgeber nicht. „Es konnte eigentlich nur Heinrich Steinhagen werden“, sagte Buschhüter bei der Einweihung des Steinhagenwegs am Mittwoch.

Es dauerte nicht lange, bis die Idee in die Tat umgesetzt wurde. Bezirk, Bürgerverein und die örtliche Politik in Rahlstedt waren sich einig: Heinrich Steinhagen, bedeutender Hamburger Künstler im 20. Jahrhundert mit Wohnsitz in Rahlstedt, sollte postum die Ehre erhalten.

Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (SPD) ließ es sich nicht nehmen, die Straße vor rund 50 Gästen persönlich einzuweihen. „Es kommt ja nicht so häufig vor, dass wir neue Straßen benennen“, sagte Ritzenhoff, der die Arbeit Steinhagens als Maler des Expressionismus würdigte. „Steinhagen hat sich mit den Motiven des Krieges visuell auseinandergesetzt. Er hat seine Kriegserlebnisse in Kunst verarbeitet“, so Ritzenhoff. „Ich wünsche allen Menschen, die hier vorbeigehen, dass sie sich an Steinhagen erinnern“.

Der 1880 in Wismar geborene und 1948 in Rahlstedt verstorbene Künstler wohnte lange Jahre nur wenige Meter vom neuen Steinhagenweg entfernt. Nach dem Ersten Weltkrieg baute sich der Maler und Bildhauer zwischen 1920 und 1926 ein eigenes Haus am Wiesenredder, heute Großlohering. 1944 verbrachte er während des Zweiten Weltkrieges vier Monate im Konzentrationslager, vier Jahre später starb er an Lungenkrebs. Als seine Witwe das gemeinsame Grundstück verkaufte, wurde das mit eigenen Händen erbaute Haus mitsamt den Skulpturen abgerissen.

Eine Ausstellung in der Parkresidenz Rahlstedt auf Initiative von Bürger- und Kulturverein sowie dem KulturWerk zeigt seit Mittwoch drei Wochen lang die Werke des Hamburgers.