Kolumne

Bei 34 Grad ist auch bei mir langsam Schluss

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Hamburger Hitzewelle: Wenn das Wetter auch für Süddeutsche zu heiß wird. Sehnsucht nach wohltemperierten 20 Grad

Es ist heiß, ziemlich heiß. Wie habe ich mich als ursprünglich Süddeutsche den ganzen Juli über nach Wärme und Sonne gesehnt. Bei meinen Eltern, die nach wie vor in Baden-Württemberg wohnen, habe ich schon gar nicht mehr angerufen, ich war zu neiderfüllt ob deren Traumsommer. Und ihre Klagen, dass das Wetter ermüdend und ihnen viel zu anstrengend sei, habe ich weggewischt. Endlich sind die hohen Temperaturen da, jubelte ich also vergangene Woche. Jede freie Minute verbrachte ich draußen, genoss es, wenn der warme Wind die Haut umschmeichelte, während mein Mann erschöpft von den erhitzten Praxisräumen nach der Arbeit im abgedunkelten Wohnzimmer saß.

Aber bei 34 Grad war dann auch bei mir Schluss. Ich versuchte es eine Weile auf der Terrasse, trank viel, bewegte mich wenig – und musste dann doch vor der Hitze kapitulieren. Ermattet schlich ich mich am Wochenende dann auch ins Wohnzimmer, den spöttischen Blick meines vernünftigen Mannes ignorierend. Jetzt sehne ich mich tatsächlich nach etwas Kühle, vielleicht so wohltemperierte 20 Grad – offenbar bin ich doch schon etwas mehr zur Norddeutschen geworden.