Kolumne

Durch die Medizin werden schwerstbehinderte Menschen älter

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Viele Frühchen überleben heute die Geburt, viele jedoch nur mit schwersten Einschränkungen. Daraus entstehen neue Herausforderungen

Als ich vor sechs Jahren zuletzt über den Erlenbusch berichtet habe, war das Haus für die erwachsenen Bewohner noch Wunschdenken der Leitung. Schon damals war das Problem, wo die schwerstbehinderten jungen Erwachsenen einmal unterkommen sollten, das drängendste. Wie schön, dass das neue Wohnhaus nun eröffnet wurde (siehe Artikel). Als der Erlenbusch vor fast 85 Jahren entstand, gab es noch nicht so viele mehrfachbehinderte Menschen, die alt wurden. Heute ist die medizinische Versorgung sehr viel besser und vor allem überleben etliche Frühchen, die früher nach der Geburt gestorben sind. Vor drei Jahren wurde ein Baby, das 14 Wochen zu früh und mit nur 229 Gramm Gewicht auf die Welt kam und überlebt hat, als Sensation gefeiert. Möglich machen das Ärzte-Teams und moderne Geräte. Daraus entstehen neue Herausforderungen für die betroffenen Familien und für die Gesellschaft.

Manche dieser Kinder haben nur leichte Behinderungen, andere bekommen Hirnblutungen, sind blind, können nicht alleine atmen und schlucken. Für Eltern, die ihr Kind nicht selbst versorgen können oder möchten, gibt es den Erlenbusch.