Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible

Ein Freund meines Sohnes ist in der Klasse umgekippt, das zeigt, wie wichtig es ist, dass auch Kinder Lebensrettungsmaßnahmen können

Es ist schon ein paar Jahre her, da kam mein jüngerer Sohn sehr verstört nach Hause. In einer Unterrichtspause war einer seiner Klassenkameraden plötzlich auf dem Schulhof umgekippt und hatte das Bewusstsein verloren. Alle Schüler standen erschrocken um ihn herum, nur ein Kind wusste, was zu tun ist, und fing sofort an mit einer Herzdruckmassage. Das rettete dem Fünftklässler vermutlich das Leben – er hatte einen unerkannten Herzfehler.

Danach wurde die gesamte Klasse in Erster Hilfe geschult – was ich großartig fand und mir eigentlich für die ganze Klassenstufe gewünscht hätte. Umso erfreulicher finde ich die Initiative „Wir retten Leben“, die sich genau das zur Aufgabe gemacht hat: allen Hamburger Schülerinnen und Schülern Lebensrettungsmaßnahmen beizubringen (siehe Artikel). Auch wenn sich vermutlich danach nicht jeder so eine Herzdruckmassage zutrauen wird, wissen zumindest viele junge Menschen dann, was sie im Notfall machen müssen: Hilfe holen, Menschen um sie herum ansprechen und den Notruf betätigen.

Ich habe leider schon öfter diese Hilfe bei Unfällen leisten müssen, und ich war sehr froh, dass ich nicht schockstarr dabeistand, sondern geschult darin war, Leben zu retten.