Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche
Sabine Tesche Redakteurin

Sabine Tesche Redakteurin

Foto: Andreas Laible

Gemeinsam alt werden ist ein schönes Ziel, doch was ist, wenn die Liebe bei älteren Paaren weg ist und nur noch Streit vorherrscht?

Vergangenes Wochenende war ich auf dem Theaterschiff im Nikolaifleet und habe mit meinem Mann ein Kabarett-Stück über das Verhalten von Ehepaaren im Urlaub angeschaut. Sehr amüsant mit vielen Seitenhieben auf die altbekannten Eheprobleme, aber es ging auch um schöne Erinnerungen, die man nach vielen Jahren hat. Gemeinsam alt zu werden ist für viele Ehepaare ein wichtiges Ziel. Doch wenn ich mich im Bekanntenkreis umschaue, gibt es auch ältere Paare, die sich nur streiten oder miteinander langweilen – da ist keine Liebe mehr zu spüren. Und ich frage mich dann, was diese beiden noch zusammenhält: Ist es die Angst vor dem ­Alleinsein, die drohende finanzielle ­Einbuße, einfach nur Gewohnheit? Reicht das für weitere Jahrzehnte, vor allem, wenn man als Rentner dann noch öfter beieinander ist?

Deswegen hat mich vor allem der Satz von Monika Schmidt (siehe Artikel) berührt, dass sie glaubte, in ihrer Ehe zu vereinsamen. Sie hat sich mit 71 Jahren von ihrem Mann getrennt und an mich geschrieben, doch einmal über das Thema Trennung im Alter zu berichten. Sie möchte mit ihrer Geschichte anderen Frauen, „die sich mit ihrem Partner nichts mehr zu sagen haben“, Mut machen, das Gleiche zu tun.