Magazin

Aus dem Journalismus auf die Comedy-Bühne

Jörg Schumacher (44) arbeitete in verschiedenen Chefredaktionen und Verlagen, unter anderem elf Jahre bei der „Bild“-Zeitung. Heute ist er Stand-up- Comedian.

Der Schritt vom Journalisten zum Comedian war schmerzhaft. Denn das Aus in der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche kam für den Vater von zwei Jungen im Alter von sieben und acht Jahren unfreiwillig. „Das war hart“, sagt er. Die Arbeit als Blattmacher war seine Leidenschaft, und nun war er gezwungen, beruflich neu starten zu müssen und eingefahrene Wege zu verlassen. Freiwillig, sagt er, hätte er das wohl nie gemacht. „Nun musste ich etwas entwickeln“, sagt Jörg Schumacher in seinem Winterhuder Büro. Sein Weg: Er machte sich selbstständig und unterstützt Stiftungen als Kommunikationsberater. Dieses Standbein hat er immer noch.

Er holte sich Rückmeldung bei einem etablierten Comedian

Aber sein Herz hängt an der Comedy, seitdem er als Zuschauer den Hamburger Comedy Pokal besuchte. „Das kann ich doch auch“, sagte er sich damals ziemlich selbstbewusst, obwohl ihm zuvor im Leben nie die Idee gekommen war, auf der Bühne zu stehen und Leute zum Lachen zu bringen. Mal abgesehen von privaten Familienfeiern. Aber Verwandte und Freunde sind eben doch etwas anderes, etwas wohlwollender vielleicht. Die auch dann lachen, wenn es nicht so lustig ist. Aber ein fremdes Publikum?

Um sich nicht zu blamieren, holte sich Schumacher Rückmeldung vom Hamburger Stand-up-Comedian Heino Trusheim. „Ja, du hast Talent“, bescheinigte der ihm und fügte gleich hinzu: „Nächsten Dienstag trittst du auf!“ Diesen Sprung ins kalte Wasser wagte Schumacher am 16. Februar vor zwei Jahren im Eimsbütteler Frachtraum. Das Abenteuer begann. Anekdoten aus dem Club-Urlaub auf Fuerteventura und dem dortigen Lillifee-Tanz brachten ihm Standing Ovations. Es folgten bislang 185 Auftritte mit zwei Comedy-Kollegen. Heute hat Jörg Schumacher ein eigenes Management, er arbeitet als Moderator und bietet Workshops und Coachings zum Thema an. Es läuft.

Dabei war es nie sein Lebenstraum, einmal Stand-up-Comedian zu sein. Das kam alles auf ihn zu. Und so sehr unterscheide sich das gar nicht von seinem früheren Leben als Journalist, bekannt er: „Ich erzähle immer noch Geschichten, nur auf der Bühne. Und meine Währung sind die Lacher.“ Bleiben sie aus, fühle er sich schlecht. Stillstand gibt es nicht. „Ich muss mein Programm ständig weiterentwickeln.“ „Lügenpresse“ heißt sein erstes Soloprogramm. Sein Ziel: seinen Lebensunterhalt zur Hälfte mit der Comedy zu verdienen.

www.be-comedy.com

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.