Künstliche Befruchtung

Wie kam die Idee, Samenspender zu werden?

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Valentin Thurn interviewt Samenspender Carsten:

Valentin Thurn:

Wie kam die Idee, Samenspender zu werden?

Carsten:

Das war vor sieben Jahren. Da überlegte ich, wie ich ein bisschen Geld nebenher verdienen kann. Unter anderem mit Blutspenden und dann kam ich auch auf die Idee, Sperma zu spenden. Ich habe mich erkundigt, wo man das machen kann, und mich bei einem Institut gemeldet.

Lohnt sich das denn?

Man kriegt hundert Euro pro Spende. Das ist aufgeteilt. Man kriegt erst 80 Euro. Und dann, nachdem die Blutuntersuchung, die jedes Mal gemacht werden muss, positiv ausgefallen ist, kriegt man für jede Spende noch mal 20 Euro hinterher.

Wie oft spenden Sie Sperma?

Ungefähr alle drei, vier Wochen. Das hängt von den gesundheitlichen Werten und der Nachfrage ab.

Wie würden Sie denn reagieren, wenn ein Samenspenderkind Kontakt zu Ihnen aufnehmen wollte?

Ja, damit muss man rechnen. Aber erst wenn sie volljährig sind. Also dauert das noch einige Jahre. Da mache ich mir auch gar keine Gedanken drüber.

Rechnen Sie denn damit, dass eines Tages ein Kind vor der Tür stehen könnte?

Erst mal müssen die Eltern dem Kind ja sagen: Hallo, dein Vater ist nicht dein leiblicher Vater, sondern das war einer von der Samenbank.

Das halte ich schon mal für sehr unwahrscheinlich. Und dann sind die Kinder ja mittlerweile erwachsen. Sie können eins und eins zusammenzählen.

Ich denke, sie werden sich mit der Frage auseinandersetzen, warum hat der Erzeuger das gemacht? Warum ist der zur Samenbank gegangen, und ich denke, sie werden vielleicht auch auf den Gedanken kommen, er hat es für Geld gemacht und interessiert sich sowieso nicht für mich. Von daher halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass da eines Tages jemand an der Tür klingelt.

Haben Sie keine Sorge es könnten einmal Unterhaltsforderungen gestellt werden?

Das ist vertraglich geregelt. Ich weiß natürlich, dass mir nichts passieren kann, finanziell. Aber das sind halt Verträge, die man mit der Samenbank abschließt. Und die schließen ja auch Verträge mit den Paaren ab. Von daher ist das abgesichert.