Friedensgespräch im Gastschulstreit heute in Hamburg

Schleswig-Holstein und Hansestadt wollen bis Jahresende eine Lösung finden

Kiel/Hamburg. Der Streit um das Gastschulabkommen zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg geht heute in die vielleicht letzte Runde. Nach dem geplatzten Treffen der Regierungschefs wollen sich am Abend der Kieler Schulminister Ekkehard Klug (FDP) und der Hamburger Sozial- und neue Bildungssenator Dietrich Wersich (CDU) über den Kostenausgleich beim Schüleraustausch einigen. "Wir versuchen, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden", versprach Klug.

Viel Zeit bleibt nicht. Ende des Monats läuft das Übergangsabkommen aus, das den Schulbesuch von mehr als 7000 Pennälern im jeweils anderen Bundesland regelt. Einig sind sich die Länder, dass Schleswig-Holstein weiter für Landeskinder zahlt, die in Hamburg eine Waldorfschule besuchen. Klug betonte das ausdrücklich, weil vor dem Landeshaus gestern 400 Schüler, Eltern und Lehrer von Waldorfschulen im dichten Schneetreiben für eine "Schule ohne Grenzen" demonstrierten.

Umstritten ist vor allem die Höhe des Schecks, den Schleswig-Holstein für seine gut 6000 Fremdschüler ausstellen muss. Kiel möchte am liebsten nur etwa die Hälfte der von Hamburg geforderten gut 20 Millionen Euro zahlen, pocht hierbei auf die bisher nicht eingerechnete Beschulung von Hamburger Heimkindern.

Einig ist man sich nicht einmal über die Zahlen. Hamburg rechnet mit 400 Heimkindern, Kiel mit 640. Bei Schülerkosten von 10 000 Euro je Pennäler und Jahr geht es allein hier um mehr als zwei Millionen Euro.

Mehr als ein Burgfrieden ist allerdings nicht in Sicht. Das Folgeabkommen dürfte wegen der nahen Wahl in Hamburg eine kurze Laufzeit haben. Einen echten Friedensschluss, eine freie Schulwahl in der Metropolregion, lehnte Klug ab. Schleswig-Holstein setzte weiterhin "auf eine primäre Beschulung im eigenen Land".