Menschlich gesehen

Das jüngste Gericht

Wenn es sein muss, verhängt Matthias Lux (38) auch eine harte Strafe. "Die Jugendlichen müssen kapieren, dass es ernst ist", sagt der Richter am Amtsgericht Hamburg. Vor allem das Jugendrecht liegt ihm am Herzen. "Wir haben eine erzieherische Aufgabe zu erfüllen", sagt der Jurist mit Prädikatsexamen.

Das gilt auch über das Urteil hinaus: Nach einer Begegnung mit gelangweilten Schülern auf dem Flur des Strafjustizgebäudes kam ihm die Idee, einen Offenen Gerichtssaal einzurichten. Dessen Ziel: Justiz für Kinder erlebbar zu machen. Denn: "Die Schüler von heute sind der Rechtsstaat von morgen."

Es geht dem Sohn eines Bundeswehroffiziers durchaus um Grundsätzliches. Nach zwei Jahren als Rechtsanwalt wechselte er 2005 ins Richteramt - sein Traumjob, "weil ich entscheiden darf, mit welchem Gesicht der Staat seinen Bürgern entgegentritt".

Privat mag Lux es eher gemächlich. Mit seinem Lebenspartner, einem Volkswirt, wohnt er in einem Altbau in Winterhude. Von dort startet er als Ausgleich zur harten Realität im Gerichtssaal zweimal in der Woche zu einer Jogging-Runde um die Alster. Oder er macht Musik: "Gitarre, Gesang, Mundharmonika. Aber nur für den Hausgebrauch." Jetzt steht erst mal eine Reise nach Wien an. Dort will er mit seinem Freund in Straßencafés sitzen und die Leute angucken. Milieustudien der anderen Art.