Menschenhandel

Arbeitete „La Diabla“ in Hamburg als Prostituierte?

| Lesedauer: 2 Minuten
Die Trans-Frau Leudis Isaac C., genannt "La Diabla", war in Hamburg von Zielfahndern verhaftet worden.

Die Trans-Frau Leudis Isaac C., genannt "La Diabla", war in Hamburg von Zielfahndern verhaftet worden.

Foto: Europol

Die vergangene Woche festgenommene, international gesuchte Trans-Frau soll sich hier prostituiert haben – neue Details zu Vorwürfen.

Hamburg. „La Diabla“, „die Teufelin“, die vergangene Woche von Zielfahndern der Polizei in einer Wohnung am Graumannsweg festgenommen wurde, war offenbar in Hamburg, um hier der Prostitution nachzugehen.

Die Wohnung, in der die Trans-Frau verhaftet wurde, sei eine typische Modellwohnung gewesen, heißt es aus Polizeikreisen. Es gäbe keine Anzeichen, dass dort andere Prostituierte ein und aus gegangen seien.

"La Diabla" soll Frauen und Transsexuelle zur Prostitution gezwungen haben

Die 34 Jahre alte gebürtige Venezolanerin gehörte zu den meistgesuchten Verbrechern Europas. Zusammen mit zwei Männern hatte „die Teufelin“ eine Bande gebildet, die Frauen und Transsexuelle aus Südamerika nach Europa schleusten und sie in Spanien zur Prostitution zwangen – um angebliche hohe Schulden abzuarbeiten, die sie nun bei ihren Schleusern hätten.

Die beiden Komplizen der Trans-Frau sind übelster Sorte. Der in Brasilien geborene Spanier Antonio Anglés Martins wird wegen der Entführung, Vergewaltigung, Folterung und Ermordung dreier junger Mädchen gesucht. Seit der Tat im Jahr 1992 ist er untergetaucht. Die Opfer des außerordentlich brutalen Sexualmordes gingen als „Die Mädchen von Alcàsser" in die spanische Kriminalgeschichte ein. Der Fall wurde sogar als fünfteilige Serie verfilmt.

Der zweite Komplize heißt Norbert Köhler, ein tschechischer Drogenhändler und Gewalttäter. Beide Männer werden weiterhin gesucht und stehen auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher von Interpol. Hinweise, dass auch sie in Hamburg sind, gibt es nicht.

Opfer der Bande um "Die Teufelin" in Hamburg zur Prostitution gezwungen

Warum „die Teufelin“ in Hamburg der Prostitution nachging, ist unklar. Sie hatte allerdings in der Vergangenheit bereits Verbindungen hierher. Mehrere zur Prostitution gezwungene Opfer sollen auch in die Hansestadt geschickt worden sein, um hier in Clubs zu arbeiten.

Die Ermittlungen gegen „die Teufelin“ waren vergangenes Jahr in Spanien aufgenommen worden, nachdem zwei ihrer Opfer fliehen konnten und sich der Polizei offenbarten.

Opfer von "La Diabla" zur Brustvergrößerung gezwungen"

Bei einer handelte es sich um eine 18 Jahre alte schwangere Frau. Die Ermittler erfuhren so, dass die Frauen nicht nur eingesperrt, sondern auch teilweise zu kosmetischen Operationen, wie Brustvergrößerungen gezwungen wurden.

„La Diabla“ wird internationaler Menschenhandel vorgeworfen. Sie hatte ihre Opfer nicht nur durch falsche Versprechen nach Europa gelockt, sondern teilweise auch weiter an andere Zuhälter verkauft.

( zv )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Blaulicht