Trickbetrüger

Die Masche der falschen Microsoft-Mitarbeiter in Hamburg

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Betrüger verschaffen sich derzeit vermehrt Zugang auf die Computer von Hamburgern. Sie geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus und fragen sensible Daten ab (Symbolbild).

Betrüger verschaffen sich derzeit vermehrt Zugang auf die Computer von Hamburgern. Sie geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus und fragen sensible Daten ab (Symbolbild).

Foto: dpa/Silas Stein

Fälle nehmen deutlich zu: Kriminelle schalten sich auf PCs und kommen so an Passwörter und Kontodaten. Das rät die Polizei.

Hamburg. Betrüger geben sich in Hamburg vermehrt als Mitarbeiter von Microsoft aus und versuchen so, Zugang zu Computern ihrer Opfer zu bekommen und sie um Geld zu bringen. Jeden Tag werden bei der Polizei im Schnitt zwei Fälle angezeigt. In diesem Jahr lag die Zahl der bekannt gewordenen Taten bereits um 30 Prozent über dem Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein, wobei ältere Menschen bei dieser Masche eher selten die Opfer sind.

Es ist das klassische Vorgehen von Trickbetrügern: Über das Telefon kontaktieren sie ihre Opfer, um ihnen Angst und sie damit unvorsichtig zu machen. Ihr Ziel: Geld von den Opfern erbeuten. Die falschen Microsoft-Mitarbeiter suggerieren in der Regel, dass auf dem Rechner des Opfers ein Virus sei. Sie müssten die Gefahr schnell beseitigen. Das gehe über ein Programm, das sie von außen installieren könnten.

Allerdings wird dann kein Programm aufgespielt, das einen Virus beseitigt, sondern eines, über das sie Zugriff auf den Rechner ihres Opfers bekommen, den sie so ausspähen oder sogar steuern können. So kommen die Täter an Passwörter, private Daten und Konto- und Kreditkartennummern oder sie nutzen den Rechner des Opfers, um von dort aus Betrügereien zu begehen.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter in Hamburg: So gehen die Betrüger vor

In vielen Fällen versuchen sie sogar ganz dreist, von ihren Opfern eine Gebühr zu kassieren. In einigen Fällen behaupteten die Täter nach einer Zahlung, dass die Überweisung nicht geklappt habe und kassieren so doppelt. Die „Erfolgsrate“ ist bei den bekannt gewordenen Fällen erstaunlich hoch. Fast ein Drittel der Opfer fallen auf die Masche herein. Allerdings dürfte die überwiegende Masse solcher Anrufe nie bekannt werden.

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Bei der Polizei geht man davon aus, dass die Täter, wie auch bei anderen Betrügereien, aus Callcentern im Ausland anrufen. „Die Täter rufen reihenweise und wohl völlig wahllos an und hoffen, ihr Opfer überrumpeln zu können“, sagt ein Beamter. Die Polizei rät generell, skeptisch bei Anrufen von Unbekannten zu sein. „Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu ihren Kunden auf“, so Polizeisprecher Florian Abbenseth.

Immer mehr Trickbetrüger in Hamburg: Das rät die Polizei

Auf keinen Fall sollte man bei solchen Anrufen private Daten, Kontonummern oder Zugangsdaten zu Konten, Rechner oder ähnlichem herausgeben und niemals unbekannten Anrufern Zugriff auf den eigenen Rechner gewähren.

Ist die Software bereits installiert, sollte man seinen Rechner sofort abschalten und seine Passwörter von einem anderen Rechner aus ändern. Den eigenen Computer sollte man von einem Fachmann überprüfen lassen. Ist es zu einer Zahlung gekommen, sollte man seine Bank kontaktieren und versuchen, das Geld zurück zu bekommen. Außerdem sollte Zahlungsdiensten oder Unternehmer kontaktieren, von denen der Täter Zugangsdaten bekommen hat.

( zv )

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